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01.12.2008 
Marktbericht Tokio

Sorgen kehren an Japans Börsen zurück

Eine Reihe von Hiobsbotschaften hat den japanischen Nikkei-Index zum Wochenauftakt zurückgeworfen. In der Autoindustrie brechen die Absätze ein, gleichzeitig steigt die Zahl der Insolvenzen auf Nachkriegsrekorde. Den einzigen Lichtblick liefern Übernahmespekulationen um Sanyo.

Toyota-Präsident Katsuaki Watanabe steht wie die gesamte japanische Wirtschaft vor schweren Zeiten. Im November sind die Autoverkäufe um fast 30 Prozent eingebrochen. Foto: ReutersLupe

Toyota-Präsident Katsuaki Watanabe steht wie die gesamte japanische Wirtschaft vor schweren Zeiten. Im November sind die Autoverkäufe um fast 30 Prozent eingebrochen. Foto: Reuters

HB TOKIO. Die Pleite eines Immobilienentwicklers hat an der japanischen Börse die Sorge vor einem Zusammenbruch der heimischen Wirtschaft verstärkt. Der Nikkei-Index gab 1,35 Prozent nach auf 8 397 Punkte. Die Insolvenz von Morimoto war die zweitgrößte in Japan im laufenden Jahr. Insgesamt sind 2008 bereits so viele börsennotierte Firmen Bankrott gegangen wie seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr, wobei mehr als zwei Drittel der Unternehmen aus dem Immobilien- und dem Bausektor kommen.

Der Anstieg der Insolvenzen ist ein weiterer Indikator dafür, dass Japan stärker in die Rezession rutschen dürfte als bisher erwartet. In diese Richtung waren bereits wichtige Konjunkturdaten Ende vergangener Woche interpretiert worden. Sowohl die Industrieproduktion als auch die Verbraucherausgaben waren im Oktober schwächer als erwartet ausgefallen. Die Produktion sank vor allem wegen rückläufiger Kfz-Exporte um gut drei Prozent gegenüber dem Vormonat.

Schlechte Nachrichten gibt es auch aus der Autoindustrie: Der Kfz-Absatz in Japan hat im November um 27,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen. Damit ergab sich der vierte Rückgang auf Jahressicht in Folge, wie der japanische Verband der Kfz-Händler am Montag mitteilte. Das Minus traf alle japanischen Hersteller kräftig, auch das Branchenschwergewicht Toyota verkauft 28 Prozent weniger Autos.

Gleichwohl hielt sich die Toyota-Aktie mit einem Minus von 1,8 Prozent unter den Autobauern im Nikkei noch am besten. Bei Nissan und Honda fielen die Verluste mit 3,1 bzw. 3,6 Prozent noch deutlicher aus, wobei Honda-Aktien auch von einer Vostandsaussage belastet wurden, wonach der Konzern Probleme haben werde sein gesenktes Gewinnziel zu erreichen. Noch härter erwischte es die Aktien von Mitsubsihi Motor, die 4,5 Prozent verloren, Mazda-Titel sackten gar um sechs Prozent ab.

Zu den wenigen Gewinnern am Markt zählten die Papiere von Sanyo. Die Aktien des von Panasonic umworbenen Elektronikkonzerns gewannen fast acht Prozent, nachdem die Zeitung "Kyodo News" berichtet hatte, dass eine Einigung über den Kaufpreis bevorstehe. Bisher liegen die Vorstellungen Panasonic und den Sanyo-Eignern, die von Goldman Sachs angeführt werden, weit auseinander. Während Panasonic angeblich 120 Yen je Aktie geboten haben soll, fordert Goldman der Zeitung zufolge 250 Yen. Aktuell kosten Sanyo-Aktien 163 Yen.

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