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16.10.2008 
Marktbericht: Börsen New York und Tokio

Dow Jones und Nikkei brechen ein

Die Furcht vor der Rezession hat die US-Börsen fest im Griff: Der Dow Jones verbrachte den gesamten Tag in der Verlustzone, das Minus wuchs schließlich zum zweithöchsten Tagesverlust der Geschichte an. Dabei verschärften ausgerechnet Aussagen von Fed-Chef Ben Bernanke die Situation. Die Nikkei in Tokio folgte dem Trend und ging ebenfalls in die Knie.

Vor dem BEricht der US-Notenbank gemachte Aussagen von Fed-Chef Ben Bernanke sorgten an den US-Börsen für deutliche Verluste. Foto: dpaLupe

Nicht zuletzt der Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed ließ den Dow Jones erneut heftig sinken. Foto: dpa

NEW YORK/TOKIO. Die Börse in Tokio konnte sich den schlechten Vorgaben aus den USA nicht entziehen und verliert bis rund 45 Minuiten vor Handelsschluss zehn Prozent. Der japanische Leitindex steht um 7.15 Uhr deutscher Zeit bei 8592 Punkten. Abgesehen von den US-Vorgaben belasteten die Aufwertung des Yen und die Sorgen um die Weltkonjunktur.

Sony rutschen um rund zehn Prozent ab und TDK um 13 Prozent. Der Rückgang des Halbleiterindex in den USA um 8,9 Prozent drückt die entsprechenden Papiere in Japan. Advantest sinken um rund 18 Prozent. Sorgen um eine schwächere globale Nachfrage nach Industriemetallen und der damit einhergehend rückläufige Ölpreis lasten auf Rohstofftiteln. Itochu und Mitsui & Co. verbilligen sich jeweils um rund 17 Prozent. Die Papiere des Ölförderers Inpex Holdings verlieren 13 Prozent.

An den Börsen in New York zeichnet sich immer mehr ab. dass sich die Investoren inzwischen nicht mehr nur um die Stabilität des Bankensystems sorgen, sondern sich auf eine schwere Rezession einrichten. Die Folgen waren heftige Kursverluste an den Aktienmärkten in Europa und den USA. Noch zu Beginn der Woche hatten die Börsenindizes in Reaktion auf die Hunderte von Milliarden Dollar schweren Rettungspakete zahlreicher Regierungen zugelegt – allerdings nach heftigen Kurseinbrüchen in der Woche zuvor.

Anhaltende Rezessionsängste haben die US-Börsen am Mittwoch kräftig ins Minus gedrückt. Der Dow Jones verzeichnete den größten prozentualen Tagesverlust seit Oktober 1987. Anleger fürchten, dass die bisherigen Maßnahmen zur Lockerung der Kreditklemme nicht ausreichten, um eine weltweite Abkühlung der Konjunktur abzuwenden. Die Sorgen der Investoren wurden durch Äußerungen von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke über den Zustand der Wirtschaft und schwache Konjunkturdaten zusätzlich angeheizt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel 7,87 Prozent auf 8577 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 sank um 9,03 Prozent auf 907 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 8,47 Prozent auf 1628 Punkte.

Auch am deutschen Aktienmarkt hat sich am Mittwoch nach den Kursgewinnen der Vortage größtenteils Ernüchterung ausgebreitet. Nach schlechter als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten aus den USA, rutschte der Dax tief ins Minus. Der Leitindex fiel um 6,5 Prozent und schloss bei 4 861 Punkten.

Die Lage der US-Wirtschaft hat sich nach Einschätzung der Notenbank Federal Reserve im vergangenen Monat weiter verschlechtert. Auch die Perspektiven hätten sich in allen zwölf Fed-Bezirken im September eingetrübt, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht „Beige Book“. Der Einzelhandel spüre die Zurückhaltung der Verbraucher. Zugleich strichen Unternehmen angesichts der unsicheren Konjunkturperspektiven ihre Investitionspläne zusammen. Der Inflationsdruck habe im September etwas nachgelassen. Zugleich habe sich die Lage am Arbeitsmarkt in den meisten Regionen eingetrübt.

Die Notenbank Fed senkte zuletzt zudem die Leitzinsen in einer international abgestimmten Aktion um 50 Punkte auf 1,5 Prozent, um sich gegen den wirtschaftlichen Abschwung zu stemmen. An den Märkten ist eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte Ende Oktober schon in den Kursen vorweggenommen.

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