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10.10.2008 
Marktschlussbericht: Börse New York

US-Börsen fangen sich nach Absturz wieder

Zum Ende einer der schwärzesten Wochen der Wall-Street-Geschichte schlossen der Dow und der S&P im Vergleich zu den Vortagesverlusten nur mit leichten Abschlägen, nachdem sie kurzfristig sogar deutlich ins Plus gedreht hatten.

Lupe

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Minus von 1,5 Prozent bei 8 451 Punkten. Der Technologie-Index Nasdaq erholte sich ebenfalls und verbesserte sich gegenüber dem Vortag um 0,27 Prozent. Zum Handelsbeginn war der Dow Jones zunächst um mehr als sieben Prozent eingebrochen und zum ersten Mal seit fünf Jahren den zweiten Tag in Folge unter die Marke von 8 000 Punkten gefallen.

Die Märkte hoffen offenbar auf ein entschlossenes Handeln der G7-Staaten. Die Händler erwarteten ein klares Signal der Industrieländer zur Auflockerung der Kreditklemme. „Wir steigen ein, weil wir darauf spekulieren, was die G7 über das Wochenende beschließen wird“, sagte ein Händler.

Panikverkäufe schickten die Indizes bis etwa eine halbe Stunde vor Börsenschluss tief in die roten Zahlen. Nach wie vor drückten vor allem Ängste vor einem von der Kreditkrise ausgelösten globalen Wirtschaftsabschwung auf die Stimmung der Anleger.

Der breiter gefasste S&P-500 rutschte um 1,2 Prozent auf 899 Zähler ab und blieb damit unter der psychologisch wichtigen Marke von 900 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbuchte dagegen ein Plus von 0,3 Prozent auf 1649 Punkte. Im Wochenverlauf verlor der Dow 18 Prozent, der S&P ebenfalls 18 Prozent und der Nasdaq 15,3 Prozent.

Über weite Strecken des Handelstages herrschte blanke Verzweiflung: „Es ist eine Katastrophe. Alles ist viel schlimmer, als wir gedacht haben“, sagte Dave Rovelli von Canaccord Adams.

Morgan Stanley stürzt erneut ab

Bei den Einzelwerten brachen die Aktien der Bank Morgan Stanley um mehr als 22 Prozent ein, die der Rivalin Goldman Sachs um mehr als zwölf Prozent. Die Ratingagentur Moody's hatte zuvor gewarnt, dass sie die Bonitätsbewertungen für die beiden Kreditinstitute senken könnte. Investoren fürchteten, dass beide Banken dadurch weitere Probleme bei der Beschaffung von frischem Kapital bekommen könnten.

Die Aktien von Bank of America, Citigroup und Wells Fargo gingen dagegen mit Aufschlägen aus dem Handel.

Zu den großen Verlierern gehörten Energiewerte. Der Preis für ein Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI fiel zeitweise unter 79 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit mehr einem Jahr. Händler werteten dies als Zeichen dafür, dass eine abschwächende Weltwirtschaft die Öl-Nachfrage weiter bremst. Aktien von Exxon verloren 8,3 Prozent, die von Chevron 9,7 Prozent.

Schlechte Konjunktur-Nachrichten bestätigten die Pessimisten: Die US-Exporteure verzeichneten im August den stärksten Umsatzrückgang seit mehr als vier Jahren. Die Importe schrumpften noch deutlicher.

Das Industrieschwergewicht General Electric konnte sich dem Abwärtssog entziehen. Die Aktien verteuerten sich um 13 Prozent, nachdem der Mischkonzern mit seinem Quartalsergebnis die Markterwartungen erfüllt hatte. Der Überschuss ging allerdings wegen der Finanzkrise um 22 Prozent auf 4,31 Milliarden Dollar zurück.

GE von Talfahrt leicht erholt

Auch die Titel des angeschlagenen US-Autobauers General Motors beendeten ihre Talfahrt. Der Konzern lehnte Gläubigerschutz als Weg aus der wirtschaftlichen Misere ab. Die Aktien erholten sich von ihrem tiefsten Fall seit fast 60 Jahren und legten 2,7 Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,95 Milliarden Aktien den Besitzer. 1 122 Werte legten zu, 2 284 gaben nach und 40 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 4,16 Milliarden Aktien 1 356 im Plus, 1393 im Minus und 89 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 25/32 auf 100-31/32. Sie rentierten mit 3,878 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 16/32 auf 106-08/32 und hatten eine Rendite von 4,131 Prozent.

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