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08.07.2008 
Marktbericht: New York

US-Börsen lassen sich ins Plus hieven

Unterstützt von Äußerungen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke haben die US-Börsen am Dienstag nach einer Berg- und Talfahrt fest geschlossen. Auch ein Rückgang des Ölpreises sorgte für Zuversicht bei den Aktienhändlern.

Die US-Börsen schlossen letztlich fest. Foto: APLupe

Die US-Börsen schlossen letztlich fest. Foto: AP

HB NEW YORK. Bernanke hob die Stimmung auf dem Parkett, indem er weitere Notenbankgelder zur Überwindung der Kreditkrise in Aussicht stellte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsende in New York 1,4 Prozent höher bei 11 384 Punkten. Das Marktbarometer bewegte sich im Verlauf zwischen 11 174 und 11 391 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 1,7 Prozent auf 1273 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbuchte ein Plus von 2,3 Prozent auf 2294 Punkten. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss dagegen wegen Ängsten vor einer Ausweitung der Finanzkrise 1,4 Prozent tiefer auf 6304 Punkten.

Kurzzeitig belastend auf das US-Marktgeschehen wirkten sich die Zahlen zu den Verkäufen bestehender Eigenheime aus, die im Mai überraschend stark gefallen waren. Der entsprechende Index der US-Immobilienmaklervereinigung NAR ging um 4,7 Prozent auf 84,7 Punkte von nach oben revidierten 88,9 Punkten im April zurück. Experten hatten für Mai nur mit einem Minus von 2,8 Prozent gerechnet.

Bernanke sagte vor Börseneröffnung, die US-Notenbank könne den größten Wall-Street-Banken länger als bislang geplant zusätzliche Liquidität zur Verfügung stellen. Die Fed prüfe derzeit mehrere Möglichkeiten, darunter auch eine Verlängerung ihrer Notfall-Versorgung mit frischem Zentralbankgeld über den Jahreswechsel hinaus.

Öl verbilligte sich um über fünf Dollar auf rund 136 Dollar pro Barrel - dies half vor allen den gebeutelten Titeln der Luftfahrtbranche. Deshalb lagen die Aktien von US Airways, Northwest, Delta und Continental jeweils deutlich über neun Prozent im Plus. Auch die Aktien des Autoherstellers Ford legten um knapp zehn Prozent zu. Federn lassen mussten im Zuge des fallenden Ölpreises indes die Anteilsscheine von Energiekonzernen. So verbilligten sich Schlumberger um mehr als drei Prozent.

Zu den größten Verlierern gehörten mit einem Minus von 32 Prozent die Titel des Büroartikel-Herstellers Office Depot. Der Konzern verbuchte angesichts der US-Wirtschaftsflaute einen kräftigen Umsatzrückgang.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen zudem die Aktien des Aluminiumproduzenten Alcoa mit einem Kursabschlag von über drei Prozent. Der Konzern wollte nach Börsenschluss am Dienstag seine Quartalszahlen vorlegen.

Die Aktien der von der Kreditkrise gebeutelten größten US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac erholten sich mit einem Plus von jeweils über elf Prozent von ihren Vortagesverlusten. Für Zuversicht sorgte hier die Äußerung der Aufsichtsbehörden, neue Auflagen zur Rechnungslegung sollten die Firmen nicht zu Kapitalerhöhungen zwingen. Am Montag waren die Titel abgestürzt, nachdem die Investmentbank Lehman Brothers wegen der anstehenden Änderung riesige Verluste und einen gigantischen Kapitalbedarf prognostiziert hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,73 Mrd. Aktien den Besitzer. 2147 Werte legten zu, 1032 gaben nach und 70 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,51 Mrd. Aktien 2025 im Plus, 844 im Minus und 124 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 6/32 auf 99-29/32. Sie rentierten mit 3,884 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 18/32 auf 98-22/32 und hatten eine Rendite von 4,454 Prozent.

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