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07.08.2008 
Marktbericht Börse New York - vorbörslich

US-Börsen schließen mit Verlusten nach schwachen Geschäftszahlen

Der Erholungstrend an den US-Börsen wurde am Donnerstag gestoppt: Nach zwei Handelstagen mit Gewinnen belasteten am Donnerstag unerwartet schlechte Geschäftszahlen des Versicherers AIG und des Einzelhändlers Wal-Mart, steigende Arbeitslosenzahlen und ein höherer Ölpreis die Märkte. Die Angst vor einer weiteren Ausweitung der Kreditkrise ist zurück.

Lupe

HB NEW YORK. Die US-Börsen haben am Donnerstag deutlich im Minus geschlossen. Auf dem Markt lasteten vor allem die unerwartet schwachen Geschäftszahlen des Versicherers AIG und des Einzelhändlers Wal-Mart sowie steigende Arbeitslosenzahlen. Hinzu kamen erneute Zweifel an der Robustheit der US-Wirtschaft und Sorgen vor weiteren Belastungen durch die Kreditkrise. Zudem stieg der Ölpreis.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Geschäftsverlauf zwischen einem Hoch von 11 655 und einem Tief von 11 416 Zählern. Er verließ den Handel 1,93 Prozent im Minus bei 11 431 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,79 Prozent auf 1266 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,95 Prozent auf 2355 Stellen. Der Dax in Frankfurt schloss mit einem Abschlag von 0,27 Prozent auf 6543 Zählern.

Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart spürt das Auslaufen der Steuergeschenke, die die Regierung von Präsident George W. Bush den Bürgern zur Stützung der Wirtschaft gemacht hat. Der Umsatz stieg im Juli nicht so deutlich wie erwartet. Zudem äußerte sich der Konzern vorsichtig über die Aussichten für den August. Wal-Mart-Aktien fielen um 6,25 Prozent auf 56,96 Dollar.

AIG musste den dritten Quartalsverlust in Folge hinnehmen. Diesmal waren es netto 5,36 Mrd. Dollar, was den zweithöchsten Fehlbetrag in der 89-jährigen Geschichte des weltgrößten Versicherers bedeutete. AIG führte die Entwicklung vor allem auf Abschreibungen im Zuge der Hypothekenkrise zurück. Es schwächelten aber auch die allgemeinen Versicherungs-Sparten. AIG-Aktien erlebten ihren schwächsten Tag seit mehr als zwei Jahrzehnten und schlossen 18,05 Prozent niedriger bei 23,84 Dollar.

Citigroup-Papiere gaben 6,24 Prozent auf 18,47 Dollar nach. Die größte US-Bank kauft umstrittene Anleihen in Milliardenhöhe zurück und beendet damit einen Konflikt mit den US-Behörden. Zudem zahlt die Bank 100 Mill. Dollar Strafe. Die Behörden hatten Citigroup vorgeworfen, die Papiere in betrügerischer Weise vermarktet und verkauft zu haben. Die Papiere von VeriSign schlossen 12,72 Prozent tiefer bei 29,57 Dollar. Der Technologiekonzern hatte einen gestiegenen Verlust ausgewiesen und einen schwachen Ausblick vorgelegt.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 2. August stieg auf 455 000 nach 448 000 in der Vorwoche, dem höchsten Niveau seit mehr als sechs Jahren. Volkswirte hatten aktuell nur 423 000 Erstanträgen erwartet.

Der Preis für ein Fass US-Leichtöl stieg um mehr als einen Dollar auf knapp 120 Dollar. Grund waren anhaltende Probleme mit einer kaukasischen Öl-Pipeline. Dadurch rückte die Sorge vor Engpässen in der Versorgung wieder in den Blickpunkt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,28 Mrd. Aktien den Besitzer. 742 Werte legten zu, 2388 gaben nach und 80 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,24 Mrd. Aktien 951 im Plus, 1846 im Minus und 116 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 36/32 auf 100-20/32. Sie rentierten mit 3,924 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 74/32 auf 97-4/32 und hatten eine Rendite von 4,552 Prozent.

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