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11.07.2008 
Aktienhandel New York

US-Börsen: „Tsunami im Finanzsektor“

Befürchtungen über das wachsende Ausmaß der Finanzkrise und ein erneuter Ölpreisanstieg haben die US-Börsen am Freitag auf Talfahrt geschickt. Nicht nur die Sorge über die Zukunft der angeschlagenen US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac belasteten schwer.

Wall Street - Sitz der US-Börsen. Foto: ArchivLupe

HB NEW YORK. "Wir befinden uns inmitten eines Tsunamis im Finanzsektor. Dies ist ein Sturm, den die USA zuvor noch nie erlebt haben", sagte Peter Kenny, Direktor von Knight Equity Markets. Negativ wirkte sich auch der wieder auf ein Rekordniveau gestiegene Ölpreis aus.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,1 Prozent tiefer auf 11 100 Punkten. Im Handelsverlauf rutschte das Börsenbarometer erstmals seit Juli 2006 unter die psychologisch wichtige Marke von 11 000 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index sank ebenfalls 1,1 Prozent auf 1239 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,8 Prozent auf 2239 Punkte ab. Im Wochenvergleich ermäßigten sich der Dow-Jones-Index um 1,7 Prozent, der S&P-Index um 1,9 Prozent und der Nasdaq-Index um 0,3 Prozent. Der Preis für die US-Ölsorte WTI stieg zum Wochenschluss wegen erneuter Befürchtungen vor Versorgungsengpässen zeitweise auf rund 147 Dollar das Fass. Der Deutsche Aktienindex (Dax) ging in Frankfurt mit einem Minus von 2,4 Prozent auf 6153 Punkten aus dem Handel.

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Auch eine Verbesserung des Verbrauchervertrauens konnte die US-Börsen nicht vor einem Sturzflug bewahren. Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes war im Juli leicht gestiegen. Der entsprechende Index von Reuters und der Universität Michigan kletterte auf 56,6 Punkte von 56,4 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 55,5 Punkte gerechnet.

Der Aktienkurs von Fannie Mae brach nach einer Achterbahnfahrt um 23 Prozent ein, Freddie-Mac-Papiere ließen über drei Prozent Federn. Aussagen von US-Finanzminister Henry Paulson, wonach die Regierung die beiden Institute in ihrer jetzigen Form erhalten will, machten Hoffnungen der Anleger auf ein staatliches Rettungspaket zunichte. Nach Informationen aus Kreisen bot US-Notenbankchef Ben Bernanke den Immobilienfinanzierern an, sich zur Not direkt bei der Zentralbank Geld zu leihen.

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