Die Erholung an den US-Märkten setzt sich fort: Am Donnerstag sorgte vor allem die relativ solide Bilanz von JP Morgan für weiter steigende Kurse. Insbesondere Finanztitel waren dabei wieder gefragt. Angeheizt wurden die Kurse zudem durch stark fallenden Ölpreis, der zum ersten Mal seit mehr als einem Monat unter die Marke von 130 Dollar fiel.
HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,85 Prozent fester bei 11 446 Punkten und damit auf seinem Tageshöchststand. Sein Tiefpunkt lag bei 11 209 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 1,2 Prozent auf 1260 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq
notierte ebenfalls 1,2 Prozent höher bei 2312 Punkten. In Deutschland beschleunigte der Dax seine am Vortag begonnene Erholung und beendete den Xetra-Handel rund 1,9 Prozent höher bei 6271,27 Punkten.
Die weltweite Krise an den Finanzmärkten zog JPMorgan im Frühjahr nicht so stark in Mitleidenschaft wie befürchtet. Der Gewinn der drittgrößten US-Bank brach zwar um mehr als die Hälfte ein, lag aber weit über den Erwartungen von Analysten. Die Aktie kletterte deshalb um 13,5 Prozent. Auch andere Banktitel setzten ihre Rallye vom Vortag fort: Citigroup
-Aktien etwa verteuerten sich um 9,3 Prozent.
Die Titel der Hypothekenfinanzierer Fannie Mae
und Freddie Mac
schossen um 18,2 und 22 Prozent in die Höhe. Freddie Mac
hatte zuvor die Versteigerung von Anleihen im Volumen von drei Mrd. Dollar erfolgreich abgeschlossen und damit Ängste über den Zustand der beiden angeschlagenen Institute zerstreut.
Zu den Gewinnern gehörten auch die Aktien des US-Hypothekenversicherers MGIC. Zwar rutschte das Institut im zweiten Quartal wegen weiterer Zahlungsausfälle seiner Kunden in die roten Zahlen. MGIC-Chef Curt Culver erklärte jedoch, er sehe Licht am Ende des Tunnels: Da sich die Lage am Immobilienmarkt allmählich bessere, werde MGIC auch bald wieder profitabel arbeiten. 2009 werde ein besseres Jahr. Die seit Monaten gebeutelte MGIC-Aktie reagierte darauf mit einem Kurssprung von 39 Prozent.
Der Preis für ein Fass US-Leichtöl fiel um mehr als vier Dollar auf knapp unter 130 Dollar. Händlern zufolge ist der Rückgang in den vergangenen Tagen vor allem auf Befürchtungen zurückzuführen, dass die wirtschaftliche Lage in den USA die Nachfrage nach Treibstoff dort drücken könnte.
Die Wirtschaftsflaute trifft auch das Internet-Auktionshaus Ebay
: Das Unternehmen rechnet im Sommer mit weniger Umsatz als bislang. Börsianer reagierten darauf verschnupft und waren zudem enttäuscht darüber, dass Ebay
nicht wie gewohnt seine Geschäftsprognosen für das Gesamtjahr merklich anhob. Ebay
-Aktien brachen um fast 14 Prozent ein. Auch die Titel des Getränkegiganten Coca
-Cola sackten nach der Vorlage von Geschäftszahlen um 3,8 Prozent ab. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,96 Mrd. Aktien den Besitzer. 2360 Werte legten zu, 833 gaben nach und 59 blieben unverändert. An der Nasdaq
schlossen bei Umsätzen von 2,61 Mrd. Aktien 1929 im Plus, 906 im Minus und 126 unverändert.
An den US-Kreditmärkten sanken die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 21/32 auf 98-26/32. Sie rentierten mit 4,022 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen 14/32 auf 96-4/32 und hatten eine Rendite von 4,616 Prozent.

