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31.07.2008 
Marktbericht: Börse Frankfurt

US-Daten beenden Dax-Höhenflug

Mit der Veröffentlichung von US-Konjunkturdaten ist das bis dahin errungene Plus des Dax von mehr als einem Prozent dahin geschmolzen. Zuvor war der deutsche Leitindex kurze Zeit deutlich über die 6 500er Marke geklettert.

Die Investoren haben den Dax am Donnerstag auf Berg- und Talfahrt geschickt. Foto: dpa.Lupe

Die Investoren haben den Dax am Donnerstag auf Berg- und Talfahrt geschickt. Foto: dpa.

HB FRANKFURT.Der Index ging mit plus 0,30 Prozent auf 6 479,56 Zählern aus dem Handel. Der MDax stieg um 0,66 Prozent auf 8 280,11 Punkte. Beflügelt von einer Übernahmeofferte für das Technologie-Unternehmen Epcos gewann der TecDax sogar 2,12 Prozent auf 766,36 Zähler.

Aus den USA kamen uneinheitliche Signale von Seiten der Konjunktur. Die US-Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal zwar nicht so deutlich wie erwartet, zeigte sich aber dennoch robust. In der Region Chicago hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Juli unterdessen überraschend aufgehellt.

Am deutschen Aktienmarkt dominierte die Berichtssaison weiter das Geschehen: Von den im Dax notierten Unternehmen legten die Deutsche Bank, Continental, die Post, Metro und BASF Zahlen vor.

Die Quartalszahlen der Deutschen Bank fielen einem Händler zufolge gemischt aus, hätten aber einen positiven Unterton. Wegen der anhaltenden Finanzkrise wagte der Branchenprimus weiterhin keine Prognose für das Gesamtjahr, was am Markt jedoch nicht überraschte. Die Aktie gewann bis Handelsende 1,29 Prozent auf 59,59 Euro.

Die Post hatte wegen hoher Kosten für das defizitäre US-Expressgeschäft und Abschreibungen bei der Postbank im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang verzeichnet, den Umsatz aber egsteigert. Die Aktie büßte als einer der schwächsten Dax-Werte 2,90 Prozent auf 15,09 Euro ein.

Wegen einer enttäuschenden Ergebnisstruktur fielen die Aktien von BASF nach Zahlenbekanntgabe um 1,12 Prozent auf 40,69 Euro. Analyst Andreas Heine von der Unicredit sagte, dass die Ergebnisse auf Gruppenniveau zwar gut ausgefallen seien, doch ihre Struktur habe enttäuscht. Unter anderem habe es einige Ergebnisverbesserungen vor allem aufgrund positiver Absicherungsgeschäfte bei den Rohstoffkosten gegeben.

Die angekündigten Preiserhöhungen zogen Henkel-Aktien in Mitleidenschaft. Der Kurs fiel um 1,76 Prozent auf 25,65 Euro. Neben den angekündigten Preiserhöhungen von BASF litte die Aktie auch unter enttäuschenden Zahlen von Unilever , sagten Börsianer.

Continental-Titel stiegen nach anfänglichen Verlusten ins Plus und gewannen 0,58 Prozent auf 72,35 Euro. Nach Meinung von equinet-Analyst Tim Schuldt hat der Autozulieferer im zweiten Quartal zwar gezeigt, dass er auch mit extrem schwierigen Marktbedingungen zurechtkommt, die Powertrain-Sparte habe jedoch enttäuscht.

Metro rutschten nach anfänglichen Gewinnen ins Minus und verloren 3,07 Prozent auf 36,25 Euro. Börsianer vermuteten die Insolvenz von Hertie als Belastung. Seit deren Bekanntwerden habe die Aktie kontinuierlich verloren. Am Vormittag waren die Zahlen des Handelskonzerns positiv aufgenommen worden. Analysten waren mit dem Quartalsbericht überwiegend zufrieden.

Mit einem Sprung von 28,60 Prozent auf 17,85 Euro schnellte die Epcos - Aktie an die TecDax-Spitze. Damit profitierten die Titel des angeschlagenen Bauelemente-Spezialisten weniger von den am Morgen vorgelegten Zahlen als von dem Übernahmeangebot von TDK. Der japanische Elektronikkonzern will das Münchener Unternehmen übernehmen und zahlt für jede Epcos-Aktie 17,85 Euro. Epcos hat bereits zugestimmt.

Im MDax fiel das Papier von Wacker Chemie nach Zahlen und zwischenzeitlichen Kursgewinnen um 1,35 Prozent auf 133,30 Euro. K+S sprangen mit plus 8,66 Prozent auf 79,59 Euro an die Index-Spitze. Der Düngemittel- und Salzhersteller hatte erneut die Gewinnprognose für das laufende Jahr angehoben.

Gildemeister stiegen nach guten Quartalszahlen und einer angehobenen Jahresprognose um 6,03 Prozent auf 18,47 Euro . SGL gewannen 0,54 Prozent auf 42,98 Euro. Der Kohlenstoffspezialist hatte im ersten Halbjahr vor allem dank höherer Preise deutlich mehr verdient als erwartet und blickt nun wie seine internationale Konkurrenz noch optimistischer als bisher auf das Gesamtjahr 2008. GEA büßten dagegen nach Zahlen zum zweiten Quartal 1,90 Prozent auf 21,19 Euro ein.

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