Freundliche Vorgaben aus Übersee haben den meisten deutschen Aktien am Mittwoch zu Kursgewinnen verholfen. Die Dax, MDax und TecDax erholten sich jeweils leicht. Spitzenreiter war die Aktie von Thyssen-Krupp. Trotz des leichten Erholungskurses blieben viele Händler skeptisch.
Händler in Frankfurt. Trotz leichter Erholung am Mittwoch herrscht bei vielen Skepsis über die weitere Entwicklung vor. Foto: dpa
HB FRANKFURT. Die steigenden Kurse an der Wall Street haben am Mittwoch auch dem deutschen Aktienmarkt zu Kursgewinnen verholfen. Nachdem der Dax zunächst lange um das Vortagesniveau gependelt hatte, schloss er im Schlepptau der US-Börsen 0,6 Prozent höher auf 6318 Punkten. Der EuroStoxx50 stieg um 0,5 Prozent auf 3295 Zähler. Dennoch blieben viele Händler skeptisch. "Es ist schwer nachvollziehbar, was momentan am Markt passiert. Deswegen investieren viele nicht - und die niedrigen Umsätze sorgen dann erst recht für unverständliche Kursbewegungen", sagte ein Börsianer. "Die Stimmung bleibt schlecht." Für Nervosität sorge vor allem die anhaltende Finanzkrise.
An der Wall Street notierte zu Handelsschluss in Europa der Dow Jones 0,6 Prozent höher, der Nasdaq
-Composite legte um 0,7 Prozent zu. Kursstützend wirkte der Quartalsbericht des weltgrößten PC-Herstellers Hewlett
-Packard. Dieser weckte Hoffnungen, dass die Branche weniger unter der schwachen Konjunktur leiden könnte als befürchtet. HP
-Aktien verbuchten ein Plus von über drei Prozent.
Der europäische Technologiesektor profitierte davon und stieg um 0,6 Prozent. In Frankfurt gehörten Infineon
mit einem Aufschlag von 1,8 Prozent zu den größten Gewinnern. Ericsson
zogen um 0,5 Prozent und STMicro um 2,4 Prozent an. Die beiden Unternehmen hatten angekündigt, ihr Mobilfunkgeschäft zusammenzulegen. Experten beurteilten den Schritt positiv.
Auch viele Finanzwerte standen auf der Gewinnerseite und konnten sich damit von ihren Verlusten am Vortag erholen. Sie folgten damit nicht dem Kursrutsch der beiden US-Hypothekenbanken Fannie Mae
und Freddie Mac
. Spekulationen über die Finanzlage der Unternehmen drückten die beiden Aktien um über zehn Prozent ins Minus. Am deutschen Markt zogen die Aktien der Postbank
hingegen um 2,5 Prozent an. Am Vortag waren die Titel um über sechs Prozent eingebrochen, nachdem Reuters gemeldet hatte, der Mutterkonzern Deutsche Post habe den Verkauf auf Eis gelegt. Die "Financial Times" berichtete nun, die Post wolle spätestens Anfang Oktober über das weitere Vorgehen entscheiden. Commerzbank
stiegen um ein Prozent. Das Institut hatte Einzelheiten zum Privatkundengeschäft veröffentlicht. Danach wird das operative Ergebnis im Segment Privat- und Geschäftskunden in diesem Jahr mindestens 20 Prozent höher als vor Jahresfrist liegen. "Bei dem wirtschaftlichen Umfeld ist das beachtlich", kommentierte ein Händler. Auch die UBS
-Aktie gehörte mit einem Plus von 2,6 Prozent zu den großen Gewinnern im Stoxx50.
Noch deutlicher legten die europäischen Energiewerte zu. Spitzenreiter im Stoxx50 waren Rio Tinto
mit einem Plus von 7,4 Prozent, gefolgt von BHP Billiton mit einem Anstieg von 6,7 Prozent. ArcelorNittal stiegen um 3,2 Prozent und zogen die Thyssen-Krupp
-Aktie mit sich, die um 2,9 Prozent kletterte und damit die Dax-Gewinnerliste anführte. Die steigenden Preise am Rohstoffmarkt hätten Käufer angelockt, sagten Händler. Der Ölpreis fiel im Laufe des Tages jedoch wieder: Am Abend mussten für ein Barrel (159 Liter) US-Öl nur noch rund 113 Dollar gezahlt werden, 1,4 Prozent weniger als einen Tag zuvor.

