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21.02.2007 
Aufschwung ging an Kleinanlegern vorbei

Von Müdigkeit beim Bullen noch keine Spur

Der Dax hat es geschafft: Erstmals seit November 2000 hat der deutsche Leitindex die Marke von 7 000 Punkten übersprungen. Vor knapp sechseinhalb Jahren folgte der weitere Aufstieg – und dann der jähe Fall. Doch die Voraussetzungen sind heute völlig andere als im Boomjahr 2000. Die Chancen stehen nach Ansicht vieler Experten gut, dass der Dax seinen Weg nach oben weitergeht.

Heutzutage sei die Entwicklung an der Börse viel gesünder als zur Jahrtausendwende sagen Börsenexperten.Lupe

Heutzutage sei die Entwicklung an der Börse viel gesünder als zur Jahrtausendwende sagen Börsenexperten.

HB FRANKFURT/M. An der Börse ist die Stimmung richtig gut. Die robuste Weltwirtschaft, Rekordgewinne der Unternehmen sowie Fusionen und Übernahmen sowie Spekulationen darüber stehen hinter den Kursgewinnen. Viele Firmen haben erfolgreich Kosten gesenkt - gute Geschäfte und attraktive Bewertungen treiben das Börsenbarometer.

Das war vor sieben Jahren anders. „Im Jahr 2000 sind die Dinge ins Kraut geschossen“, sagt Trudbert Merkel, Fondsmanager des DekaFonds rückblickend. „In der Technologieblase schaute man nicht mehr auf herkömmliche Bilanzzahlen, sondern nur noch auf potenzielle Kunden, den Verkauf und potenzielle Umsätze in der Zukunft.“ Optimismus und Euphorie trieben die Kurse innerhalb weniger Wochen auf den Hochstand von fast 8 065 Punkten im März 2000. Die scheinbar grenzenlosen Perspektiven in der Informationstechnologie lockten immer mehr Anleger, die an den schnellen Reichtum glaubten. Am Neuen Markt verdoppelten sich die Kurse in wenige Wochen.


»Aktien kaufen - und sich dann für lange Zeit schlafen legen:
Die besten Zitate von Börsen-Altmeister Andre Kostolany.


Doch dann platzte die Technologieblase und es folgten enttäuschende Firmendaten, Bilanzskandale, die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA und ein Einbruch der Weltwirtschaft. Der Dax verlor drei Viertel seines Wertes und sank bis März 2003 auf sein historisches Tief von 2 202 Punkten. Seitdem geht es langsam, aber stetig bergauf.

„Heute ist die Entwicklung an der Börse viel gesünder“, sagt die Chefvolkswirtin der Helaba, Getrud Traud. Von überschäumender Euphorie sei weit und breit nichts zu spüren, weil der Aufschwung der Aktienmärkte an den Kleinanlegern vorbeigegangen sei. Aktien gelten nicht mehr als beständige Geldanlage und werden mit Argwohn betrachtet. Die Zahl der Aktionäre in Deutschland ist laut Deutschem Aktieninstitut (DAI) 2006 mit 10,3 Millionen auf den tiefsten Stand seit 1999 gesunken.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: 7 000 sind nicht der Anfang vom Ende.

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