„Bei den Anlegern ist einfach noch zu viel verbrannte Erde da“, sagt Volkswirtin Traud. Da die Anleger mit Vorsicht agieren, fehlt ein wesentlicher Kurstreiber. Ende der 90er Jahre hatten sich viele Kleinaktionäre erstmals in den Markt getraut und die schnelle Mark gemacht, aber anschließend viel Geld verloren.
Zudem steigen die Kurse zwar wieder, aber die Gewinne der Firmen legen bislang ebenso rasch zu. „Hohe Profitabilität geht mit guten Bewertungen einher, und die setzen sich an der Börse immer durch“, sagt der Aktienstratege der Deutschen Bank, Bernd Meyer. Die Unternehmen hätten sich restrukturiert und ihre Bilanzen in Ordnung gebracht. Viele Konzerne haben sich von Randgeschäften getrennt und Produktion in Billiglohnländer verlagert. Dank niedriger Lohnabschlüsse sind die Dax-30-Unternehmen wettbewerbsfähig. „Das globale Wachstum und die geringe Inflation bilden ein positives Umfeld, in dem die Aktien weiter steigen werden“, sagt Meyer.
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Und noch etwas ist anders als vor sieben Jahren: Zwar dreht sich das Fusionskarussell immer schneller, Finanzinvestoren und Hedge- Fonds bestimmen die Märkte. Doch anders als damals bezahlen die Unternehmen die Anteilseigner ihrer Übernahmekandidaten mit harter Münze - und nicht wie zur Jahrtausendwende mit Aktien, deren Kurse häufig überteuert waren und deshalb keinen bleibenden Wert hatten. Damals seien Aktien oft „nur Papiergeld“ gewesen, sagt Deka-Fondsmanager Merkel.
Den Sprung über die 7 000er Marke brauchen Anleger nach Ansicht von Fachleuten dieses Mal nicht als Anfang vom Ende zu fürchten: Einen Kurseinbruch erwartet die Mehrheit der Experten nicht. Höchstens Korrekturen seien in den nächsten Monaten möglich. Zum Jahresende sehen die meisten Analysten den Dax bei 7 100 bis 7 500 Punkten. „Alles spricht dafür, dass dieser Bulle noch sehr lange rennt, obwohl er schon einen weiten Weg hinter sich hat“, sagt Merkel vom DekaFonds. Der Bulle ist Symbol für die Optimisten am Aktienmarkt.

