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21.10.2008 
Marktbericht: Börse Frankfurt

VW-Aktie zieht den Dax nach unten

Es war ein wechselhafter Tag für deutsche Anleger. Bis zum Nachmittag dominierten an der Frankfurter Börse die Pluszeichen. Doch mit der Eröffnung der US-Börsen schmolzen die Kursgewinne in sich zusammen, und der Dax drehte ins Minus. Die VW-Aktien stürzten erneut ab.

Gute Vorgaben aus den USA und Asien geben dem Dax am Dienstag Auftrieb. Foto: APLupe

Gute Vorgaben aus den USA und Asien geben dem Dax am Dienstag Auftrieb. Foto: AP

HB FRANKFURT. Die Hoffnungen auf eine schnelle Rückkehr des Dax in den Bereich von 5 000 Punkten haben am Dienstag einen Dämpfer erhalten. Zwar legte der deutsche Leitindex am Vormittag deutlich zu und näherte sich zeitweise bis auf 90 Punkte der psychologisch wichtigen Marke. Doch die neue Zuversicht, die von der Aussicht auf ein weiteres staatliches Konjunkturprogramm in den USA genährt worden war, hielt nur wenige Stunden. Weil viele amerikanische Unternehmen mit ihren Quartalszahlen und Prognosen enttäuschten, eröffneten die Börsen an der Wall Street mit Verlusten – und zogen den Dax mit nach unten. Der Index beendete den Handel gut ein Prozent schwächer bei 4 784 Punkten.

„Das Rettungspaket ist da, aber jetzt kommt die Rezession, und von daher ist es für eine Entwarnung zu früh“, sagte ein Börsianer. Schlechte Nachrichten kamen aus den USA unter anderem vom Baumaschinenhersteller Caterpillar sowie dem Chemie-Konzern Dupont.

„Nachdem der Markt zunächst an die Beruhigung vom Vortag angeknüpft hat, sind wir am Nachmittag wegen der unbefriedigenden US-Unternehmensnachrichten dann doch abgebröckelt“, kommentierte Aktienhändler Stefan Söllner von der Postbank die Kursentwicklung. Die Schwankungsanfälligkeit an den Börsen habe zwar abgenommen, aber dennoch tue er sich schwer mit einer Prognose für die weitere Entwicklung. Fundamentale Gründe für Aktienkäufe gebe es derzeit nicht und die Anleger warteten eher ab.

Belastet wurde der Dax auch von erneuten massiven Verlusten der VW-Aktie. Das Papier, das seit Wochen extrem stark schwankt, setzte seine Talfahrt der vergangenen beiden Tage fort und verlor 12,4 Prozent auf 242,75 Euro. In den vergangenen drei Tagen hat das Papier, das zuvor gewaltig gestiegen war, damit rund 40 Prozent an Wert verloren. Und nach wie vor gibt es am Markt keine plausiblen Erklärungen für die abenteuerlichen Ausschläge des Dax-Schwergewichtes.

Ein wechselhaftes Bild gab es im Finanzsektor. Für Unterstützung sorgten hier ein positiv aufgenommene Zahlen des US-Kreditkartenkonzerns American Express sowie ein Rettungspaket für französische Banken. Papiere der Deutschen Bank gewannen 3,4 Prozent auf 35,05 Euro, die der Commerzbank legten gar 5,8 Prozent zu auf 10,23 Euro. Dagegen sackten die Titel der angeschlagenen Hypo Real Estate um 6,6 Prozent auf 5,93 Euro ab. Und auch die Aktien der Postbank verbilligten sich um 4,2 Prozent auf 20,71 Euro.

Zweitgrößter Dax-Gewinner nach der Commerzbank waren Zeit die Aktien der Deutschen Börse mit einem Plus von 4,4 Prozent auf 55,21 Euro. Händlern zufolge spekulierten einige Marktteilnehmer auf eine Zerschlagung des Börsenbetreibers. Nach Aussage der Deutschen Börse wollen die Hedge-Fonds TCI und Atticus, die zusammen rund 19 Prozent der Anteile halten, das Unternehmen aufspalten und Geschäftsfelder verkaufen.

Deutlich abwärts ging es hingegen für die im MDax notierte Hannover Rück. Der weltweit viertgrößte Rückversicherer kann die für 2008 in Aussicht gestellte Eigenkapitalrendite von über 15 Prozent nicht mehr erreichen. Wegen der Schwäche der Märkte müssten hohe Abschreibungen auf Aktien verbucht werden. Diese seien noch vor Ende September angefallen, noch bevor die Börse richtig gecrasht sei, kritisiert NordLB-Analyst Constantin Rohrbach. Die Aktie der Hannover Rück verlor mehr als 13 Prozent auf 19,22 Euro.

Am anderen Ende der MDax-Liste glänzte der Baukonzern Bilfinger Berger als größter Gewinner. Die Aktie legte 12,3 Prozent zu auf 30,34 Euro. Bilfinger Berger hatte zuvor seine Ergebnisprognose für 2008 angehoben. Ausschlaggebend dafür sei der Verkauf der französischen Ingenieurbau-Gesellschaft Razel, teilte der Konzern mit.

Unter dem Strich rettete der MDax – anders als der Dax – ein knappes Plus von 0,5 Prozent auf 5 596 Punkte über den Tag. Noch besser hielt sich der Technologieindex TecDax, der 1,4 Prozent auf 561 Punkte zulegte.

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