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27.10.2008 
Marktbericht: Börse New York

Wall Street: Ausverkauf kurz vor Börsenschluss

Negatives Ende einer Berg- und Talfahrt: Nach einem regelrechten Ausverkauf zu Börsenschluss ist der Dow Jones innerhalb von knapp 20 Minuten deutlich ins Minus gerutscht. Einmal mehr ging die Angst vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung um.

Wall Street:  Die Angst vor einer Rezession hält die Märkte nach wie vor im Griff. Foto: ap.Lupe

Wall Street: Die Angst vor einer Rezession hält die Märkte nach wie vor im Griff. Foto: ap.

HB NEW YORK. Anhaltende Sorgen über das Ausmaß einer weltweiten Konjunkturabkühlung haben die US-Börsen am Montag erneut ins Minus gedrückt. In einem volatilen Handel lasteten auf dem Markt Ängste über ein Durchschlagen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft. Marktteilnehmer fürchteten dadurch nach unten revidierte Gewinnprognosen der Unternehmen. Positive Nachrichten aus der Telekommunikationsbranche und eine sich andeutende Entspannung an den Kreditmärkten konnten die Stimmung auf dem Parkett nicht nachhaltig aufhellen.

Nach einer Berg- und Talfahrt rutschte der Dow-Jones-Index der Standardwerte in einem regelrechten Ausverkauf zu Börsenschluss innerhalb von knapp 20 Minuten deutlich nach unten und ging 2,4 Prozent tiefer mit 8 175 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf pendelte er zwischen 8 143 und 8 599 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 3,2 Prozent auf 848 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab knapp drei Prozent auf 1 505 Stellen nach.

Zu den Verlierern gehörten unter anderem die Titel von Microsoft mit einem Kursverlust von 3,6 Prozent. Das „Wall Street Journal“ berichtete, mittlerweile hätten viele Firmen Schwierigkeiten, ihre IT-Finanzierungen zu schultern und gerieten bei den entsprechenden Krediten in Verzug. Auf den Titeln großer Ölkonzerne lastete der weitere Rückgang der Ölpreise. Der Preis für US-Leichtöl sank um knapp zwei Dollar auf etwa 62 Dollar je Barrel. Deshalb gaben die Papiere von Exxon Mobil 4,3 Prozent nach, die von ConocoPhillips sogar 5,8 Prozent. Auch der Abwärtstrend bei dem Autokonzern General Motors hielt mit einem Kursrutsch von 8,4 Prozent an. Die Anleger zeigten sich nach Bekanntwerden der Übernahmegespräche zwischen GM und Chrysler-Eigentümer Cerberus verärgert über den Ausblick des Konzerns.

Die Liste der Gewinner führten unter anderem Verizon-Papiere an. Der zweitgrößte US-Telekomkonzern trotzte im dritten Quartal dem Konjunkturabschwung und überzeugte mit einer soliden Geschäftsbilanz. Die Börse honorierte das mit einem Kursanstieg von mehr als zehn Prozent. Im Sog der Verizon-Aktie legten auch weitere Branchentitel zu.

Einige Anleger schöpften zudem Hoffnung, dass weitere Zinssenkungen der Zentralbanken eine Rezession zumindest abmildern könnten. EZB-Chef Jean-Claude Trichet signalisierte am Montag mit überraschend deutlichen Worten, dass die Europäische Zentralbank in der kommenden Woche im Kampf gegen die Finanzkrise voraussichtlich die Kredite erneut verbilligen wird. Auch von der US-Notenbank Fed erwarten die Anleger mindestens eine weitere Zinssenkung.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,34 Mrd. Aktien den Besitzer. 655 Werte legten zu, 2447 gaben nach und 62 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,25 Mrd. Aktien 562 im Plus, 2177 im Minus und 99 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 09/32 auf 102-11/32. Sie rentierten mit 3,712 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 10/32 auf 107-10/32 und hatten eine Rendite von 4,072 Prozent.

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