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17.11.2008 
Marktbericht: Börse New York

Wall Street bleibt tief im Minus

Keine Trendwende an der Wall Street: Nach einem miserablen Handelsstart haben die US-Börsen trotz eines Zwischenspurts tief im Minus geschlossen. Weltweite Konjunktursorgen und die geplante Massenentlassung bei der Großbank Citigroup lasteten auf den Märkten.

Die Wall Street: Heimat der US-Börsen. Foto: dpaLupe

Die Wall Street: Heimat der US-Börsen. Foto: dpa

HB NEW YORK. Nach den USA ist mit Japan nun auch die zweitgrößte Volkswirtschaft in eine Rezession gerutscht. Dies schürte bei Anlegern die Erwartung einer noch deutlicheren weltweiten Abkühlung. Zudem lastete auf dem Markt die Nachricht, dass sich die zweitgrößte US-Bank in Folge der Finanzkrise kurzfristig von 52 000 weiteren Mitarbeitern trennen will. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel zu Börsenschluss 2,6 Prozent auf 8 273 Punkte. Im Verlauf pendelte er zwischen 8 246 und 8 571 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 2,6 Prozent auf 850 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 2,3 Prozent auf 1 482 Punkte nach.

Die japanische Regierung warnte, das Land müsse sich auf härtere Zeiten gefasst machen. Manche Experten befürchten gar, dass dem Industriestaat die längste Rezession seiner Geschichte droht. Experten der Federal Reserve Bank von Philadelphia gehen davon aus, dass die USA bis Mitte 2009 und damit insgesamt 14 Monate lang schrumpft. „Wir müssen uns auf eine ziemlich schlechte Wirtschaftslage im kommenden halben Jahr einstellen“, sagte der Händler John Forelli. Nach Ansicht vieler Börsianer hat daran auch der Weltfinanzgipfel vom Wochenende nichts geändert.

Im Blickpunkt stand vor allem die Citigroup-Aktie, die 6,6 Prozent nachließ. Nach einem Abbau von 23 000 Arbeitsplätzen bis September soll die Zahl der Stellen bei der zweitgrößten US-Bank nun auf 300 000 sinken. Im Sog der Massenentlassung gaben auch andere Branchentitel nach. Die Papiere von Goldman Sachs verloren 6,4 Prozent, die von Morgan Stanley 6,7 Prozent. Aktien der Bank of America verloren 8,5 Prozent, nachdem das Institut ankündigte, seinen Anteil am drittgrößten Geldhaus Chinas, der China Construction Bank, zu erhöhen. „Die Finanzwerte müssen weiter kämpfen und dies könnte eine langwierige Angelegenheit werden. Die Dinge haben sich sehr schlecht entwickelt“, sagte Steve Goldman.

Viele Anleger trennten sich zudem verstärkt von Technologietiteln. Die Unternehmen gelten im Fall eines weltweiten Abschwungs und sinkender Konsumausgaben als besonders verwundbar. Die Microsoft-Aktie verlor 3,7 Prozent, die von Apple 2,3 Prozent.

Nach einer Herabstufung durch UBS stürzte die Aktie des Aluminiumkonzerns Alcoa um 10,8 Prozent ab.

Zu den Gewinnern gehörte dagegen General Motors. Die US-Regierung erklärte, sie arbeite weiter mit Hochdruck an einem milliardenschweren Hilfspaket für die schwer angeschlagene Autobranche und wolle die Hürden im Kongress noch in dieser Woche überwinden. Die Aktie des Konzerns legte daraufhin 5,7 Prozent zu, die von Ford verlor aber 4,4 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,29 Mrd. Aktien den Besitzer. 782 Werte legten zu, 2 366 gaben nach und 71 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,84 Mrd. Aktien 861 im Plus, 1 918 im Minus und 133 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 14/32 auf 100-19/32. Sie rentierten mit 3,678 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 17/32 auf 105,00/32 und hatten eine Rendite von 4,202 Prozent.

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