Apple und AT&T gehörten am Donnerstag zu den Gewinnern auf dem New Yorker Börsenparkett. Auch ein milliardenschweres Übernahmeangebot im Chemiesektor sorgte für Kauflaune. Die Gewinne hielten sich angesichts eines erneuten Anstiegs beim Ölpreis und weiterer Sorgen über das Ausmaß der Kreditkrise allerdings in Grenzen.
HB NEW YORK. Hoffnungen auf ein starkes Geschäft mit dem neuen iPhone haben den US-Aktienmärkten am Donnerstag Gewinne beschert. Vor allem Apple
-Papiere waren einen Tag vor dem Verkaufsstart der zweiten iPhone-Version gefragt. Zu den Gewinnern zählten außerdem die Anleger der Telefongesellschaft AT&T
, die in den USA das exklusive Vermarktungsrecht für das neue Multimedia-Handy besitzt. Vor allem neue Gerüchte über schwere Finanzprobleme der Hypothekenriesen Fannie Mae
und Freddie Mac
drückten hingegen die Stimmung.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,73 Prozent fester bei 11 229 Punkten. Im Verlauf hatte er sich zwischen 11 086 und 11 270 Stellen bewegt. Der breiter gefasste S&P-500 legte um 0,7 Prozent auf 1253 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq
verbuchte ein Plus von 1,03 Prozent auf 2257 Punkte. In Frankfurt zehrte der Kurssturz bei den beiden halbstaatlichen US-Hypothekenfinanzierern Freddie Mac
und Fannie Mae
an den Nerven: Der Dax verlor 1,3 Prozent auf 6305 Punkte.
"Erstmals können wir eine Differenzierung an der Börse sehen: Der Markt geht nicht einfach runter, weil die Finanzwerte schwächeln", erklärte US-Analyst Bobby Harrington von UBS
in Connecticut. "Die Leute sehen, dass es auch gute Nachrichten gibt." So dürfte die zweite Version des Multimedia-Handys iPhone am Freitag einen weltweiten Ansturm auf zahlreiche Apple
-Läden auslösen, wenn das neue Gerät in mehr als 20 Ländern erstmals zu kaufen ist. Bis Ende 2008 will der Konzern zehn Mill. Stück an den Mann gebracht haben. An der Nasdaq
legten Apple
-Papiere rund 1,4 Prozent zu.
Die Aktien des iPhone-Vertriebspartners AT&T
kletterten zwei Prozent nach oben. Der US-Kongress hatte zudem am Mittwoch trotz massiver Kritik von Bürgerrechtsgruppen eine umfassende Reform der Abhörgesetze von Präsident George W. Bush verabschiedet, die Telefongesellschaften vor milliardenschweren Zivilklagen wegen umfassender Lauschangriffe nach den Anschlägen vom 11. September 2001 schützt.
Der Branchenriese Dow Chemical
bietet 18,8 Mrd. Dollar für das Spezialchemieunternehmen Rohm & Hass. Händler begrüßten das Angebot als Anzeichen dafür, dass die Kreditkrise nicht völlig aus dem Ruder geraten ist und Milliarden-Übernahmeofferten immer noch möglich sind. Dow Chemical
bietet pro Rohm-Aktie 78 Dollar. Der Aktienkurs von Rohm & Hass schoss um gut 64 Prozent auf 73,60 Dollar nach oben, während Dow Chemical
etwa 4,2 Prozent auf 32,52 Dollar nachgab.
Weiter Sorgen gab es um die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae
und Freddie Mac
. Der ehemalige Fed-Gouverneur William Poole sagte am Donnerstag, Freddie Mac
sei faktisch zahlungsunfähig. Die US-Regierung arbeitet nach Angaben einer Sprecherin bereits an einem Rettungspaket, um eine Pleite und eine weitere Destabilisierung des US-Immobilienmarktes zu verhindern. Die Aktie von Freddie Mac
setzten ihre rasante Talfahrt der vergangenen Tage fort und verloren rund 22 Prozent, Fannie Mae
gaben etwa 14 Prozent nach.
An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,53 Mrd. Aktien den Besitzer. 1628 Werte legten zu, 1521 gaben nach und 88 blieben unverändert. An der Nasdaq
schlossen bei Umsätzen von 2,28 Mrd. Aktien 1557 im Plus, 1267 im Minus und 112 unverändert.
An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 1/32 auf 100-16/32. Sie rentierten mit 3,813 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 6/32 nach auf 99-06/32 und hatten eine Rendite von 4,424 Prozent.

