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30.01.2008 
Aktienhandel New York

Wall-Street-Kurse fallen trotz Zinssenkung

Die US-Börsen haben trotz der zweiten Zinssenkung der US-Notenbank binnen weniger Tage am Mittwoch leicht schwächer geschlossen. Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung nach dem Zinsschritt beflügelten die Aktienmärkte nur kurzzeitig. Nach zunächst deutlichen Gewinnen auf breiter Front bröckelten die Kurse bis zum Handelsende wieder ab.

Die New Yorker Börse befindet sich in der Wall Street. Foto: dpaLupe

Die New Yorker Börse befindet sich in der Wall Street. Foto: dpa

HB NEW YORK. Nach einem nervösen Auf und Ab haben die US-Aktienmärkte trotz der US-Zinssenkung am Mittwoch leicht im Minus geschlossen. Belastend wirkte sich Händlern zufolge im späten Geschäft ein Medienbericht aus, wonach Ratingagenturen die Anleiheversicherer Ambac und MBIA in Kürze herunterstufen könnten. Schwache Zahlen vom US-Pharmakonzern Merck & Co sowie ein enttäuschender Ausblick des Internetkonzerns Yahoo trübten zudem die Stimmung.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent tiefer auf 12 442 Punkten. Das Marktbarometer pendelte im Verlauf zwischen 12 406 und 12 681 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 gab um 0,5 Prozent auf 1 355 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte 0,4 Prozent tiefer bei 2349 Punkten.

Die US-Notenbank erfüllte die Forderungen der Finanzmärkte: Sie senkte ihren den Leitzins wie erwartet um weitere 50 Basispunkte auf drei Prozent und ließ zudem die Tür für abermalige Zinsschritte nach unten offen. Zur Begründung hieß es, die Risiken für eine weitere Abschwächung des Wachstums in den USA blieben wegen der Hypotheken- und Finanzkrise hoch. Die Märkte seien nach wie vor nennenswerten Belastungen ausgesetzt. Die Entscheidung solle das Wachstum stimulieren. Allerdings konnte die Fed damit der Wall Street nur kurzzeitig Auftrieb geben.

Abgestraft von den Börsianern wurden die Anteilsscheine der Anleiheversicherer Ambac Financial und MBIA. Auslöser war ein Bericht des Senders CNBC, wonach die auch Monoliner genannten Unternehmen in Kürze von Ratingagenturen heruntergestuft werden könnten. Ambac-Papiere brachen um 17 Prozent und MBIA-Scheine um gut zwölf Prozent ein. Anleiheversicherer haben seit einigen Wochen mit Herabstufungen von Ratings zu kämpfen. Hintergrund sind nicht die versicherten kommunalen Anleihen, sondern ihr Engagement in Subprime-Papiere, die wegen der Krise an den Kreditmärkten seit Monaten massiv an Wert verloren haben. Nach Herunterstufungen wird es für die Anleihenversicherer deutlich schwerer, Neugeschäfte zu generieren.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Yahoo wird abgestraft

Zu den Verlieren zählten auch die Aktien des Pharmakonzerns Merck & Co, dem ein Vergleich im Streit um das Schmerzmittel Vioxx einen deutlichen Verlust im Quartal eingebrockt hatte. Merck-Papiere brachen um 2,8 Prozent ein. Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen zudem die Yahoo-Aktien, nachdem das Internet-Unternehmen die Märkte mit seiner Prognose für 2008 enttäuscht hatte. Der Kurs sackte um 8,5 Prozent ab.

Gegen den Markttrend konnten sich die Dividendenpapiere des Flugzeugherstellers Boeing stemmen. Der Airbus-Konkurrent steigerte seinen Nettogewinn im abgelaufenen Jahr um 84 Prozent und hob seine Ergebnisprognose für 2008 an. Boeing-Aktien rückten um 2,4 Prozent vor.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,8 Mrd. Aktien den Besitzer. 1 341 Werte legten zu, 1 811 gaben nach und 94 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,58 Mrd. Aktien 1 258 im Plus, 1 712 im Minus und 102 unverändert.

An den US-Kreditmärkten sanken die zehnjährigen Staatsanleihen um 5/32 auf 104-15/32. Sie rentierten mit 3 699 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 24/32 auf 109-24/32 und hatten eine Rendite von 4 403 Prozent.

Der Euro stieg in Reaktion auf die Notenbank-Entscheidung und notierte mit 1,4881 Dollar nach 1,4773 Dollar am Vortag.

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