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14.06.2008 
Anzeichen für Entspannung

Wall Street: Öl lässt hoffen

Die Aussichten an der New Yorker Börse sind weiter unsicher. Auf der einen Seite hoffen die Marktteilnehmer darauf, dass der Ölpreis seine vorläufigen Höchststände nicht so schnell wieder in Angriff nimmt. Auf der anderen Seite könnten negative Bilanzen einiger Banken die Kurs-Euphorie verhageln.

An der New York Stock Exchange bangen die Händler weiter um den Ölpreis. Foto: apLupe

An der New York Stock Exchange bangen die Händler weiter um den Ölpreis. Foto: ap

HB NEW YORK. Die Händler der Wall Street dürften für die kommende Woche eine vage Hoffnung auf Kursgewinne pflegen. Sie bauen darauf, dass die Ölpreise sich weiter von ihrem Rekordhoch entfernen und zentrale Konjunkturdaten keine weiteren Katastrophen in der US-Wirtschaft signalisieren. Als Unsicherheitsfaktor gelten aber eine Reihe von Investmentbanken, die ihre voraussichtlich enttäuschenden Bilanzen vorlegen werden. Anleger werden diese nach Anzeichen dafür durchkämmen, ob das schlimmste der Finanzkrise nun endlich ausgestanden ist.

Der Aktienmarkt schwanke und mache jede Bewegung des Rohölmarktes mit, sagte Fred Dickson von D.A. Davidson & Co. "Dieses Muster setzt sich fort." Rohöl hatte die Handelswoche mit einem Preisabschlag von 2,7 Prozent beendet und kostete 134,40 Dollar je Barrel, während der Dow-Jones-Index der Standardwerte auf Wochensicht ein leichtes Plus verbuchte.

Gleichzeitig konzentrierten sich die Händler wohl weiter auf Inflationsrisiken und hätten deshalb in der kommenden Woche den Verbraucherpreisindex im Blick, sagte Dickson weiter. Dieser wird am Dienstag veröffentlicht, gefolgt am selben Tag von weiteren Konjunkturdaten wie den Wohnbaubeginnen und der Industrieproduktion im Mai. Fed-Chef Ben Bernanke wird von den Anlegern bereits am Montag mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, auch wenn er dann eigentlich zum Thema der Krankenversicherungsreform sprechen soll. Bernanke hatte in der vergangenen Woche einen energischen Kampf der US-Notenbank im Kampf gegen die Inflation angekündigt und damit die Zinsängste an der Börse geschürt.

"Mich stört wirklich, dass sich die Fed nun stärker auf den Kampf gegen die Inflation als auf das Wachstum konzentriert", sagte Brian Gendreau von ING Investment Management. "Und das bei einem praktischen Nullwachstum der Wirtschaft." Er könne sich deshalb auch nicht vorstellen, dass der Markt in der kommenden Woche sehr zulegen werde. "Stattdessen wird am Markt Stagflation gesehen, und für mich ist das für die Aktien Gift, absolutes Gift." In der allgemein gefürchteten Stagflation wächst die Wirtschaft nicht, während die Preise trotzdem stark steigen.

Am Freitag hatten Konjunkturdaten die Inflationsangst etwas gemildert und den großen Aktienindizes Tagesgewinne beschert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewann 1,4 Prozent auf 12 307 Punkte, der breiter gefasste S&P-500 1,5 Prozent auf 1 360 Zähler und die Technologiebörse Nasdaq 2,1 Prozent auf 2454 Stellen. Im Wochenverlauf zeigte sich allerdings ein gemischtes Bild: Der Dow gewann 0,8 Prozent, während der S&P 0,1 Prozent und die Nasdaq 0,8 Prozent verloren. Vor dem Hintergrund der Kreditkrise richtet sich bei den Bilanzen das Interesse der Anleger ganz auf die Investmentbanken Lehman Brothers am Montag, Sachs am Dienstag und Morgan Stanley am Mittwoch. Lehman hat seinen ersten Quartalsverlust überhaupt prognostiziert - und dies gleich von rund 2,8 Mrd. Dollar.

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