In der Hoffnung auf ein Ende der Hypothekenkrise haben die US-Börsen am Mittwoch leicht im Plus geschlossen. Gründe waren die Ankündigung von US-Präsident George W. Buch, ein Rettungspaket für die angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac zu unterzeichnen sowie der weiter sinkende Ölpreis. Aber es gab auch schlechte Nachrichten.
HB NEW YORK. Enttäuscht waren die Händler von den durchwachsenen Geschäftszahlen einiger Großkonzerne sowie dem Konjunkturbericht der US-Notenbank. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent fester bei 11 632 Punkten, nachdem er sich im Verlauf zwischen 11 558 und 11 698 Stellen bewegt hatte. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,4 Prozent auf 1282 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq
stieg um 0,9 Prozent auf 2325 Punkte. Der Dax hatte in Frankfurt rund 1,5 Prozent fester bei 6536 Zählern geschlossen.
Fannie Mae
und Freddie Mac
legten jeweils um über elf Prozent zu. "Das Immobilien-Rettungspaket ist sicherlich auch für den Bankensektor hilfreich. Und die Aktien von Fannie Mae
und Freddie Mac
müssen nicht weiter abgewertet werden", sagte Händler James Rosenthal von Punk Ziegel & Company. In der Hoffnung auf eine Beruhigung auf den Hypotheken- und Kreditmärkten legten auch einige Banktitel zu. Die Papiere der Bank of America
gewannen über drei Prozent. Der Ölpreis sank um rund über vier Prozent auf 124 Dollar pro Barrel, nachdem die US-Regierung über einen Anstieg der heimischen Benzin-Lagerbestände informiert hatte. Damit lag der US-Ölpreis rund 20 Dollar unter den jüngsten Höchstständen. "Das Finanzsystem scheint sich stabilisiert zu haben, jetzt treibt vor allem der Ölpreis die Märkte an", sagte Analyst Peter Jankovskis von OakBrook Investments.
Bei den US-Unternehmen hielten sich gute und schlechte Nachrichten die Waage. Positiv stach vor allem der Mac-, iPhone- und iPod-Hersteller Apple
heraus, der zuletzt mit seinem Ausblick enttäuscht hatte. Der US-Telekom-Konzern AT&T
erklärte, die Nachfrage nach dem neuen iPhone sei bisher extrem hoch. Apple
-Aktien gewannen daraufhin gut zwei Prozent. Die Papiere von AT&T
legten knapp vier Prozent, weil das Unternehmen auch überzeugende Quartalszahlen vorlegte. Der Titel des weltgrößten Pharmakonzerns Pfizer
gehörte nach einer Gewinnverdoppelung mit einem Plus von knapp vier Prozent ebenfalls zu den Gewinnern. Andere Konzerne enttäuschten. Die Schnellrestaurantkette McDonald's
schrieb zwar im Frühjahr mit einem Gewinn von 1,2 Mrd. Dollar wieder schwarze Zahlen, aber die Börsianer hatten offenbar mehr erwartet: Die Titel fielen knapp ein Prozent.
Boeing
-Papiere gaben gut drei Prozent nach, nachdem die Verzögerung eines Auftrags für Militärflugzeuge im Frühjahr den Gewinn beim US-Flugzeughersteller drückte. Zu den größten Verlierern gehörten Costco-Titel mit einem Minus von knapp zwölf Prozent, weil die Einzelhandelskette sich deutlich skeptischer als erwartet zu den Geschäftsaussichten äußerte. Dies zog auch andere Titel aus der Branche in die Tiefe.
Belastet wurden die Börsen außerdem vom jüngsten Konjunkturbericht der US-Notenbank. Dem "Beige Book" zufolge hat sich das Tempo der Wirtschaftsaktivität in den USA bis Mitte Juli etwas verlangsamt. Zudem sei der Preisdruck landesweit hoch oder gar gestiegen.
An der New Yorker Stock Exchange wechselten rund 1,72 Mrd. Aktien den Besitzer. 1973 Werte legten zu, 1191 gaben nach und 77 blieben unverändert. An der Nasdaq
schlossen bei Umsätzen von 2,73 Mrd. Aktien 1615 im Plus, 1224 im Minus und 125 unverändert. An den US-Kreditmärkten gaben die zehnjährigen Staatsanleihen um 4/32 auf 98-01/32 nach. Sie rentierten mit 4,120 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 8/32 auf 95-05/32 und hatten eine Rendite von 4,678 Prozent.

