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09.05.2008 
Marktbericht US-Börsen

Wall Street schließt im Minus

Der Rekord-Verlust des weltgrößten Versicherers AIG und der auf knapp 126 Dollar gestiegene Ölpreis haben die US-Börsen am Freitag deutlich ins Minus gedrückt. "Gerade hat sich Hoffnung breit gemacht, das Schlimmste der Kreditkrise sei vorbei, da weckt AIG neue Sorgen", sagt ein Händler. Der hohe Ölpreis schürte Inflationsängste und Befürchtungen, die Verbraucher könnten ihr Geld künftig noch mehr zusammenhalten.

 Die New Yorker Börse in der Wall Street, in der auch zahlreiche Banken ihren Sitz haben. Foto: dpaLupe

Die New Yorker Börse in der Wall Street, in der auch zahlreiche Banken ihren Sitz haben. Foto: dpa

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,9 Prozent im Minus bei 12 745 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index notierte 0,7 Prozent schwächer bei 1 388 Zählern, der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,2 Prozent leichter mit 2 445 Punkten. Damit fiel der Dow im Wochenverlauf um 2,5 Prozent, der S&P 500 um 1,8 Prozent und der Nasdaq um 1,3 Prozent.

Der Versicherer American International Group hatte mitgeteilt, in Folge der US-Kreditmarktkrise mit 7,8 Mrd. Dollar den höchsten Quartalsverlust seiner Geschichte erlitten zu haben. Der Konzern will zudem mit einer Kapitalerhöhung 12,5 Mrd. Dollar einnehmen. Die Aktien gingen mit einem Abschlag von mehr als acht Prozent auf 40,28 Dollar aus dem Handel. "Die Finanzwerte haben eine weitere Schwächeperiode durchgemacht und AIG macht eine schlechte Figur", sagte Bruce Zaro von Delta Global Advisors. Allerdings hätten die Märkte jüngst schon einen Aufschwung erlebt, daher könne man die letzten zwei Tage auch nur als Pause ansehen.

Überraschende Nachrichten kamen von der Citigroup: Die bislang mit am härtesten von der Finanzkrise getroffene US-Bank kündigte an, sich in den kommenden Jahren von Beteiligungen mit einem Buchwert von 400 Mrd. Dollar trennen zu wollen. Citigroup-Aktien fielen um 2,8 Prozent.

Zu den Verlierern gehörten auch Werte aus der Pharmabranche. Aktien von Mylan schlossen über acht Prozent im Minus, nachdem das Unternehmen enttäuschende Zahlen vorgelegt hatte.

Die Papiere von Bristol Myers Squibb verbuchten ebenfalls Verluste. Die Nachricht über eine bald in Europa auf den Markt kommende Generika-Version des Blutverdünners Plavix drückte auf die Stimmung und die Aktie beendete den Handel 4,7 Prozent im Minus.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch Aktien von Ölkonzernen geben nach

Trotz des hohen Ölpreises mussten am Freitag auch die Aktien von Ölkonzernen Verluste hinnehmen. Analysten führten dies auf Gewinnmitnahmen nach jüngsten Kursgewinnen zurück. So fielen Papiere von Exxon Mobil 0,8 Prozent.

Aktien von Circuit City stiegen knapp sechs Prozent. Der Elektronik-Händler hatte mitgeteilt, dem Videotheken-Betreiber Blockbuster Einblick in die Bücher zu gewähren. Händler werteten dies als Indiz, dass Blockbuster bei seinen Bemühungen um den Kauf von Circuit vorankommt. Technologiewerte wie Microsoft und der Blackberry-Hersteller RIM verbuchten ebenso Gewinne. Im Nasdaq wurden die Verluste zudem durch gute Unternehmensergebnisse des Videospiele-Herstellers Activision begrenzt. Die Aktie beendete den Handel mit einem Aufschlag von über 14 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,1 Mrd. Aktien den Besitzer. 1 432 Werte legten zu, 1 639 gaben nach und 121 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Mrd. Aktien 1 340 im Plus, 1 454 im Minus und 137 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 4/32 auf 100-28/32. Sie rentierten mit 3,767 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 10/32 auf 97-17/32 und hatten eine Rendite von 4,525 Prozent.


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