13 Bewertungen ****
07.11.2008 
Marktbericht: Börse New York

Wall Street schließt im Plus

Die US-Börsen haben am Freitag aufgrund von Schnäppchenjägern deutlich fester geschlossen. Nach den kräftigen Kursverlusten der Vortage ignorierten viele Anleger die Anzeichen einer bevorstehenden Rezession und griffen bei zuletzt gebeutelten Titeln wieder zu. Auch die enttäuschenden Arbeitsmarktzahlen und neue Hiobsbotschaften aus der Automobilbranche konnten die Stimmung am Markt nicht trüben. Besonders gefragt waren Energie- und Technologiewerte.

Blick auf die New Yorker Wall Street. Foto: APLupe

Blick auf die New Yorker Wall Street. Foto: AP

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,9 Prozent im Plus bei 8943 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 8696 und 8956 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500 gewann ebenfalls 2,9 Prozent auf 930 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg 2,4 Prozent auf 1647 Punkte. Trotz der Kursgewinne ergibt sich damit für den Wochenverlauf ein Minus von rund vier Prozent beim allen drei Indizes. In Frankfurt ging der Dax mit 2,6 Prozent im Plus bei 4938 Stellen ins Wochenende.

In New York nutzten viele Anleger die günstigen Einstiegskurse zu Käufen, sagten Händler. Das wichtigste Börsenbarometer Dow Jones hatte am Mittwoch und Donnerstag seinen größten prozentualen Verlust an zwei aufeinanderfolgenden Tagen verzeichnet. Exxon-Papiere verteuerten sich um 6,3 Prozent, Aktien des Chip-Herstellers Intel um 5,5 Prozent. Die Papiere von Qualcomm kletterten um 7,9 Prozent.

„Einige Anleger haben das Gefühl, dass am Markt in den vergangenen beiden Tagen zu viel verkauft wurde“, sagte Brian Gendreau, Investment-Stratege bei ING Investment Management. „Die Erholung am Markt ist nicht auf guten Nachrichten zurückzuführen. Die Arbeitsmarktdaten waren schlecht.“ In den USA stieg die Arbeitslosenquote im Oktober auf 6,5 Prozent und damit auf ein 14-Jahres-Hoch. Insgesamt fielen im abgelaufenen Monat 240 000 Jobs weg. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang um 200 000 gerechnet. Viele Marktteilnehmer blieben aber dennoch gelassen, da sie schlechte Zahlen erwartet hatten.

Im Blickpunkt standen erneut die Papiere der großen Autobauer, die unter der historisch schwachen Nachfrage auf dem nordamerikanischen Markt leiden. General Motors und Ford erlitten im dritten Quartal erneut Milliarden-Verluste. GM-Aktien fielen 9,2 Prozent. Ford-Papiere folgten dagegen dem allgemeinen Markttrend und schlossen zwei Prozent im Plus.

Die erste Pressekonferenz des designierten US-Präsidenten Barack Obama seit seinem Wahlsieg sorgte zeitweise für Kursabschläge. Grund war Händlern zufolge seine Äußerung, wonach die Wirtschaftsprobleme weder schnell noch leicht gelöst werden könnten. Gegen Handelsende erholten sich die Kurse aber. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,26 Mrd. Aktien den Besitzer. 2124 Werte legten zu, 932 gaben nach und 79 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,93 Mrd. Aktien 1698 im Plus, 1045 im Minus und 124 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 23/32 auf 101-24/32. Sie rentierten mit 3,783 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 33/32 auf 104-00/32 und hatten eine Rendite von 4,260 Prozent.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
zurück
  • Analyser to go: Commerzbank hebt Air Ber...

    Analyser to go: Commerzbank hebt Air Berlin-Kursziel auf Euro 4,70

    Nach den überraschend guten Verkehrszahlen von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft Air Berlin haben die Analysten der Commerzbank das Kursziel der Aktie herauf gestuft. Noch sein es aber für einen Einstieg zu früh, hieß es weiter. Video

  • Erste Gewinnmitnahmen des Jahres fallen ...

    Erste Gewinnmitnahmen des Jahres fallen kräftig aus

    Nach den teils deutlichen Gewinnen der vergangenen Handelstage hat der deutsche Aktienmarkt eine Verschnaufpause eingelegt. Schlechte Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt drücken auf die Stimmung. Video

  • Wirtschaftskrise erreicht Arbeitsmarkt: ...

    Wirtschaftskrise erreicht Arbeitsmarkt: Mehr Arbeitslose im Dezember

    Im Dezember hat die Wirtschaftskrise den Arbeitsmarkt erreicht. Insgesamt 3,1 Millionen Menschen waren ohne Job - mehr als erwartet. Und es könnte noch schlimmer kommen, denn im Moment federn viele Unternehmen die Auftragsflaute noch mit Kurzarbeit oder längeren Weihnachtsferien ab. Video

vor

 

 

Anzeige
Anzeige

alt= Handelsblatt Börse

Aktueller Kurs: 4.937,47

−88,84 −1,77 % Einzelwerte
DAX TOP 3 in %
Alle Tops
Volkswagen 3,51
Deuts. Postb. 3,22
Merck 1,75
DAX FLOP 3 in %
Alle Flops
ThyssenKrupp −6,78
Metro −5,56
Commerzbank −4,77
Name Kurs Absolut in %
DAX 4.937,47 −88,84 −1,77
L&S Ind. DAX 4.927,50 −110,00 −2,18
TecDAX 519,40 −16,38 −3,06
L&S Ind. TecDAX 518,69 −15,82 −2,96
MDAX 5.780,34 −80,73 −1,38
Eurostoxx 50 2.538,55 −39,88 −1,55
Dow Jones 8.769,70 −245,40 −2,72
Nasdaq 100 1.238,60 −35,89 −2,82
Global Titans 50 144,56 −0,67 −0,46
Hang Seng 14.515,71 −471,75 −3,15
Nikkei 225 9.026,74 −212,50 −2,30
Euro Bund Fut. 122,86 −0,57 −0,46
€ in $ 1,3585 −0,0070 −0,51
Gold ($) 848,25 −5,25 −0,62
Öl ($) 48,78 +3,31 7,28
Anzeige