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30.09.2008 
Marktbericht: Börse New York

Wall Street schließt mit sattem Plus

Auf die Zuversicht folgten die Gewinne: Einen Tag nach den schwersten Verlusten der Geschichte schafften die US-Börsen ein starkes Comeback. Allein der Dow Jones konnte um 4,68 Prozent zulegen. Treibende Kraft stellte dabei die wieder aufkeimende Hoffnung auf das milliardenschwere Rettungspaket für den Finanzsektor dar. Aber auch Schnäppchenjäger sorgten für Bewegung.

Wall Street in New York. Foto: APLupe

Wall Street in New York. Foto: AP

HB NEW YORK. Einen Tag nach dem schwersten Ausverkauf seit 21 Jahren haben sich die US-Börsen am Dienstag deutlich erholt. Investoren waren hoffnungsvoll, dass der Kongress doch noch bald das geplante Milliarden-Rettungspaket für die Finanzbranche verabschieden wird. Zusätzlichen Auftrieb lieferten Konjunkturdaten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 4,68 Prozent im Plus bei 10 850 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen 10 868 und 10 371 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 5,3 Prozent auf 1164 Zähler. Der Index der Technologie-Börse Nasdaq kletterte um 4,97 Prozent auf 2082 Punkte.

Am Vortag hatte die überraschende Ablehnung des mühsam ausgehandelten Kompromisses für die geplanten Staatshilfen im Repräsentantenhaus die US-Börsen auf einen Sturzflug mit Rekordverlusten geschickt.

Am Tag danach herrschte unter den Anlegern grundsätzlich die Hoffnung vor, dass dennoch ein Rettungspaket noch diese Woche vom Kongress verabschiedet werden kann. Zugleich werde dem Markt klar, dass ein Rettungspaket - egal in welcher Form - nicht alle Krankheiten heilen könne, sagte Arthur Hogan von Jefferies & Co. „Es wird nicht gegen die Konjunkturabkühlung helfen oder Banken dazu zwingen, sich gegenseitig Geld zu leihen.“ Im Monatsverlauf verlor der Dow sechs Prozent. Der S&P büßte 9,1 und der Nasdaq-Index sogar 12,1 Prozent ein.

Schnäppchenjäger stürzten sich auf Aktien, die in den vergangenen Tagen schwere Verluste hinnehmen mussten. Die Papiere der Großbank JPMorgan Chase legten rund 14 Prozent zu und gaben dem Dow damit kräftig Auftrieb. Citigroup-Aktien kletterten um 15,6 Prozent. Die am Vortag schwer abgestraften Aktien des Computer- und Elektronikkonzerns Apple gewannen knapp acht Prozent. Der Chiphersteller Intel profitierte von einer Heraufstufung: Seine Papiere legten 8,5 Prozent zu. Konjunkturdaten trugen zur positiven Stimmung bei. Demnach hat sich das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung trotz der Finanzkrise im September unerwartet verbessert. Zudem sank der an den Finanzmärkten stark beachtete Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago im September nicht so stark wie erwartet. Der Index gibt Hinweise auf die Produktionsaktivitäten im Mittleren Westen der USA.

Enttäuschende Nachrichten kamen dagegen vom Immobilienmarkt: Die Preise für Einfamilienhäuser fielen dem S&P/Case-Shiller-Index zufolge im Juli im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um den Rekordwert von 16,3 Prozent. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,62 Mrd. Aktien den Besitzer. 2560 Werte legten zu, 610 gaben nach und 57 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,37 Mrd. Aktien 1763 im Plus, 1002 im Minus und 109 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 69/32 auf 101-11/32. Sie rentierten mit 3,835 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken um 11/32 auf 103-01/32 und hatten eine Rendite von 4,317 Prozent.

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