Belastet von schwachen Konjunkturdaten haben die US-Aktienmärkte am Dienstag deutlich im Minus geschlossen. Die US-Wohnbaubeginne fielen schwächer aus als erwartet und zeigten damit auf, dass die anhaltende Krise am Immobilienmarkt noch nicht ausgestanden ist.
HB NEW YORK. Darüber hinaus machten ungünstige Analysteneinschätzungen zum Finanzsektor den Aktienmärkten zu schaffen. Darüber hinaus nannten Händler den Anstieg des Ölpreises auf über 134 Dollar je Fass als weiteren Belastungsfaktor.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte am Schluss 0,9 Prozent tiefer auf 12 160 Punkten. Das Marktbarometer bewegte sich zwischen 12 150 und 12 322 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 0,7 Prozent auf 1350 Zähler nach, der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um ebenfalls 0,7 Prozent auf 2457 Stellen. Am Frankfurter Aktienmarkt gewannen indes die Optimisten die Oberhand, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs besser als erwartete Zahlen vorgelegt hatte. Der Dax ging mit einem Plus von einem Prozent auf 6796 Zähler aus dem Handel.
Der US-Immobilienmarkt befindet sich weiter in schlechter Verfassung. Die Zahl der Wohnbaubeginne fiel im Mai aufs Jahr hochgerechnet um 3,3 Prozent auf 975 000 und damit auf den tiefsten Stand seit März 1991. Zudem wurde die April-Zahl nachträglich auf 1,008 Mill. von ursprünglich 1,032 Mill. gesenkt. Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen Finanzwerte nach negativen Analystenkommentaren. Ein Goldman-Experte hatte geschrieben, die US-Geldhäuser müssten ihr Kapital um weitere 65 Mrd. Dollar erhöhen, um die Kreditkrise zu bewältigen. Die Aktie der Bank of America verbilligte sich daraufhin um 3,6 Prozent. Papiere von Washington Mutual sackten knapp acht Prozent ab.
Die Investmentbank Goldman Sachs überraschte die Märkte positiv: Der Gewinn im zweiten Quartal lag mit 4,58 Dollar pro Aktie zwar unter den 4,93 Dollar des Vorjahreszeitraums. Analysten hatten wegen der Finanzmarktkrise aber nur mit 3,42 Dollar gerechnet. Die Aktien der weltgrößten Investmentbank schlossen nach einer Achterbahnfahrt 1,5 Prozent im Minus.
Aufwärts ging es mit den Papieren von Jetblue, die 5,1 Prozent zulegten. Morgan Stanley hatte Börsianern zufolge den US-Billigflieger hochgestuft.
Den Aktien des US-Softwareanbieters Adobe bekamen die aktuellen Geschäftszahlen indes nicht. Die Papiere verloren 3,4 Prozent auf 41,40 Dollar. Adobe hatte Gewinn und Umsatz im zweiten Quartal zwar kräftig gesteigert, aber einen verhaltenen Umsatzausblick vorgelegt.
An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,09 Mrd. Aktien den Besitzer. 1271 Werte legten zu, 1837 gaben nach und 98 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,83 Mrd. Aktien 1031 im Plus, 1812 im Minus und 147 unverändert.
An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 18/32 auf 97-11/32. Sie rentierten mit 4,205 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 9/32 auf 93-21/32 und hatten eine Rendite von 4,777 Prozent.

