6 Bewertungen ****
19.08.2008 
Marktbericht: Börse New York

Wall Street schließt schwach

Die Furcht vor erneuten Milliardenverlusten durch die Kreditkrise sowie Inflationssorgen haben die US-Börsen am Dienstag mit Verlusten schließen lassen. Besonders Finanzwerte standen wieder unter Druck. Für Unruhe sorgte unter anderem ein unerwartet kräftiger Anstieg der US-Erzeugerpreise.

Der Dienstag war kein guter Tag für die US-Börsen. Foto: apLupe

Der Dienstag war kein guter Tag für die US-Börsen. Foto: ap

HB NEW YORK. Die Angst vor neuen Milliardenverlusten im Zuge der Kreditkrise und Inflationssorgen haben die US-Börsen am Dienstag im Minus schließen lassen. Vor allem Finanzwerte wurden erneut stark gebeutelt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 1,1 Prozent leichter auf 11 348 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf pendelte er zwischen 11 318 und 11 478 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,9 Prozent auf 1266 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq schloss 1,4 Prozent tiefer auf 2384 Punkten. Bereits in Europa und Asien hatten die Börsen wegen der Furcht vor unabsehbaren Folgen der Finanzkrise kräftig an Boden verloren.

Für Unruhe sorgte in New York unter anderem ein unerwartet kräftiger Anstieg der US-Erzeugerpreise. In der Kernrate kletterten sie im Juli innerhalb eines Monats um 0,7 Prozent, während Analysten lediglich von einem Plus von 0,2 Prozent ausgegangen waren. Der Anstieg schürte die Sorge, dass sich die US-Notenbank Fed zur Eindämmung der Inflation gezwungen sehen könnte, die Zinsen anzuheben. Besorgniserregende Nachrichten kamen auch vom Immobilienmarkt: Wie das Handelsministerium mitteilte, fiel die Zahl der Wohnbaubeginne aufs Jahr hochgerechnet um elf Prozent auf den niedrigsten Stand seit über 17 Jahren. Die jüngsten Daten zogen Aktien von Eigenheimbauern nach unten, das Papier von Pulte Homes schloss 3,7 Prozent im Minus.

Unter den Finanztiteln gaben die Papiere der Investmentbank Lehman Brothers um über 13 Prozent nach. JPMorgan prognostizierte bei Lehman neue Abschreibungen von vier Mrd. Dollar im laufenden dritten Quartal. Wie Reuters erfuhr, erwägt Lehman derzeit den Verkauf seiner Vermögensverwaltung. Die Titel des weltgrößten Versicherers American International Group fielen nach einer Herabstufung um fast sechs Prozent. Die Papiere des Kreditkartenunternehmens American Express gingen mit einem Minus von 3,3 Prozent, die der Bank of America 4,2 Prozent leichter aus dem Handel.

Die Unsicherheit im Blick auf die Finanzwerte habe die Aktien weiter nach unten gedrückt, sagte Bucky Hellwig von Morgan Asset Management in Alabama. Die Häuserpreise fielen stetig, Vermögen verliere an Wert, die Wirtschaft verlangsame sich weiter und das könne sich nur schlecht auf die Arbeitslosenquote auswirken. „Es scheint bei diesem Kreislauf kein Ende zu geben und das wird sämtlichen Finanzwerten zum Verhängnis.“

Auch die Aktien der Bürobedarf-Kette Staples beendeten den Handel angesichts schwacher Geschäftszahlen 4,2 Prozent leichter. Die Titel von Home Depot gaben 3,7 Prozent nach, obwohl die weltgrößte Baumarktkette in der Immobilienkrise zuletzt besser verdient hat als erwartet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,01 Mrd. Aktien den Besitzer. 855 Werte legten zu, 2274 gaben nach und 85 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,74 Mrd. Aktien 755 im Plus, 2035 im Minus und 126 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 5/32 auf 101-10/32. Sie rentierten mit 3,839 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen 14/32 auf 100-16/32 und hatten eine Rendite von 4,468 Prozent.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

zurück
  • Analyser to go: Commerzbank hebt Air Ber...

    Analyser to go: Commerzbank hebt Air Berlin-Kursziel auf Euro 4,70

    Nach den überraschend guten Verkehrszahlen von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft Air Berlin haben die Analysten der Commerzbank das Kursziel der Aktie herauf gestuft. Noch sein es aber für einen Einstieg zu früh, hieß es weiter. Video

  • Erste Gewinnmitnahmen des Jahres fallen ...

    Erste Gewinnmitnahmen des Jahres fallen kräftig aus

    Nach den teils deutlichen Gewinnen der vergangenen Handelstage hat der deutsche Aktienmarkt eine Verschnaufpause eingelegt. Schlechte Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt drücken auf die Stimmung. Video

  • Wirtschaftskrise erreicht Arbeitsmarkt: ...

    Wirtschaftskrise erreicht Arbeitsmarkt: Mehr Arbeitslose im Dezember

    Im Dezember hat die Wirtschaftskrise den Arbeitsmarkt erreicht. Insgesamt 3,1 Millionen Menschen waren ohne Job - mehr als erwartet. Und es könnte noch schlimmer kommen, denn im Moment federn viele Unternehmen die Auftragsflaute noch mit Kurzarbeit oder längeren Weihnachtsferien ab. Video

vor

 

 

Anzeige
Anzeige

alt= Handelsblatt Börse

Aktueller Kurs: 4.937,47

−88,84 −1,77 % Einzelwerte
DAX TOP 3 in %
Alle Tops
Volkswagen 3,51
Deuts. Postb. 3,22
Merck 1,75
DAX FLOP 3 in %
Alle Flops
ThyssenKrupp −6,78
Metro −5,56
Commerzbank −4,77
Name Kurs Absolut in %
DAX 4.937,47 −88,84 −1,77
L&S Ind. DAX 4.927,50 −110,00 −2,18
TecDAX 519,40 −16,38 −3,06
L&S Ind. TecDAX 518,69 −15,82 −2,96
MDAX 5.780,34 −80,73 −1,38
Eurostoxx 50 2.538,55 −39,88 −1,55
Dow Jones 8.769,70 −245,40 −2,72
Nasdaq 100 1.238,60 −35,89 −2,82
Global Titans 50 144,54 −0,69 −0,48
Hang Seng 14.515,71 −471,75 −3,15
Nikkei 225 9.026,74 −212,50 −2,30
Euro Bund Fut. 122,86 −0,57 −0,46
€ in $ 1,3591 −0,0064 −0,47
Gold ($) 848,25 −5,25 −0,62
Öl ($) 48,78 +3,31 7,28
Anzeige