Die europäischen Börsen haben am Dienstag überwiegend fest geschlossen. Sturm "Gustav" hat sich abgeschwächt und der Ölpreis kam daraufhin deutlich unter Druck. Das sorgte für Erleichterung auch an den US-Börsen, die sich entsprechend freundlich entwickelten.
HB PARIS/LONDON. Der Eurostoxx 50 kletterte um 1,55 Prozent auf 3 416,46 Zähler. Der Stoxx 50 gewann 0,79 Prozent auf 2 925,11 Zähler. Für den französischen CAC-40-Index ging es um 1,50 Prozent auf 4 539,07 Punkte nach oben. Der Londoner Ftse 100 stieg um unterdurchschnittliche 0,32 Prozent auf 5 620,70 Punkte - schwergewichtete Öl- und Minenwerte bremsten.
Europaweit waren Versicherer gefragt. "Es ist eine positive Mischung aus einigen Faktoren", sagten Händler. Zum einen fällt Sturm "Gustav" nicht so heftig aus wie befürchtet. Hinzu komme eine aktuell wieder besserer Stimmung für Aktien und der gestiegene Dollar. So kletterten AXA
als stärkster Wert im Eurostoxx um 7,17 Prozent auf 23,105 Euro, für Aegon
ging es um 4,50 Prozent auf 8,469 Euro nach oben und in London gewannen Aviva
3,34 Prozent auf 542,00 Pence.
Die Aktien europäischer Fluggesellschaften profitierten Börsianern zufolge von dem weiter gesunkenen Ölpreis. British Airways legten um 4,39 Prozent auf 267,375 Pence zu. Air France-KLM
sprangen um 6,93 Prozent auf 18,20 Euro und Iberia
gewannen 5,80 Prozent auf 2,19 Euro.
Alcatel
-Lucent schlossen nach einem schwankungsanfälligen Handel mit minus 3,60 Prozent auf 4,15 Euro. Der Telekom-Ausrüster hat einen neuen Chef gefunden. Es handele sich dabei um den früheren Chef des britischen Telekommunikationsanbieters BT
, Ben Verwaayen. Unterdessen verloren Arcelormittal 5,33 Prozent auf 49,91 Euro und waren damit schwächster Wert im Eurostoxx. Händler verwiesen auf Berichte, dass der französische Stahlkonzern in Südafrika das erste mal seit einem Jahr die Preise zurücknehmen müsse. "Das drückt auf die Stimmung", sagte ein Börsianer.
In London kletterten Persimmon
an der "Footsie"-Spitze um 10,12 Prozent auf 423,61 Pence. Allgemein waren Hausbauer gefragt, nachdem die britische Regierung Maßnahmen zur Stützung des kriselnden Häusermarktes angekündigt hat. Unter anderem sollen Erst-Käufer einen zinsfreien Kredit über fünf Jahre erhalten und die sogenannte Stempelsteuer werde für ein Jahr ausgesetzt. Unterdessen litten Minenwerte erneut unter fallenden Metallpreisen - unter anderem verloren Anglo American
4,82 Prozent auf 2 646,00 Pence. Auch Ölwerte kamen weiter unter Druck.
Lvmh hat Gespräche über den Kauf des niederländischen Yacht-Bauers Royal van Lent aufgenommen. Die Papiere legten um 3,33 Prozent auf 75,51 Euro zu. Die Verhandlungen mit dem bisherigen Eigner Egeria, einer niederländischen Investmentfirma, basieren auf einem Preis, der dem französischen Luxusgüter-Hersteller zufolge dem Elffachen des Nettogewinns entspricht. Kreise schätzen den Wert der Transaktion allerdings auf weniger als 500 Mill. Euro.
Autowerte profitierten von einem sinkenden Ölpreis und einem erstarkenden Dollar. PSA Peugeot
Citroen
erwägen zudem einem Bericht der Zeitung "La Tribune" zufolge für den europäischen Markt eine neue Marke für seine Billigautos. Die Aktien kletterten um 2,74 Prozent auf 34,53 Euro. Renault
stiegen um 2,21 Prozent auf 60,07 Euro.

