Aufatmen an der Wall Street, Aufatmen im Rest der Welt. Nach dem umfangreichen Hilfspaket für die beiden Immobilienfinanzierer Fannie Mae
und Freddie Mac
setzen Anleger darauf, dass es schlimmer nicht kommen kann. Gut möglich. Doch einiges spricht dafür, dass der Finanzkrise ohnehin nicht die absolute Priorität für das mögliche Ende der Talfahrt an den Börsen zukommt.
Ganz wichtig für die Anlageentscheidungen ist der Ölpreis. Er gilt inzwischen als sensibler Gradmesser für den künftigen Zustand unserer Wirtschaft. Steigt der Preis weiter, geraten Konjunktur und Inflation unter Druck. Das wiederum ruft die Notenbanken auf den Plan, die Zinsen zu erhöhen, obwohl die Wirtschaft das im Moment am allerwenigsten braucht.
Ganz wichtig sind auch die vielen Quartalsberichte, die im Sog der Finanzkrise unterzugehen scheinen. Wenn es den großen Industriekonzernen in Amerika und Europa weiterhin gelingt, ihre Umsätze, Gewinne und Margen zu steigern und darüber hinaus glaubwürdig rüberzubringen, dass die Geschäfte weiter gut laufen, dann wird die gerade anlaufende Bilanzsaison die Nerven beruhigen
Gut möglich, dass am Ende Öl und Firmengewinne mehr über das Wohl und Weh der Börse entscheiden als die spektakulären Auswirkungen der Finanzkrise.
