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17.11.2008 
Der Markt-Monitor

Börse und Politik: Das Tempo passt nicht!

von Ralf Drescher

Was hat der G20-Gipfel den Märkten gebracht? Die Antwort fällt ernüchternd aus. Warum Anleger von der Politik keine Unterstützung erhoffen dürfen.

Nein, ein Freudensprung ist das nicht. Nicht einmal als Erleichterungshüpfer kann man die Marktreaktion auf die Ergebnisse des G20-Gipfels bezeichnen. Alles andere wäre aber auch nicht angemessen. Denn was ist letztlich passiert in Washington? Doch nicht mehr als das, was immer passiert, wenn ein Haufen wichtiger Politiker zusammenkommt: Ein Aktionsplan wurde verabschiedet. Und weil so viele Politiker gleichzeitig vertreten waren, ist dieser Plan mit 47 Punkten auch richtig üppig ausgefallen.

Etwas Konkretes ist dabei allerdings noch nicht rausgekommen. Auf fünf wohlklingende Prinzipien haben sich die Führer der 20 wichtigsten Nationen verständigt: eine höhere Transparenz, eine verbesserte Regulierung, eine höhere Integrität der Märkte, eine verstärkte Kooperation und die Reform der internationalen Organisationen. Viel ist das nicht. Schlimmer noch: Bis tatsächlich etwas passiert, wird es noch Monate dauern. Im Frühjahr wird ein nächster Gipfel diese Prinzipien beschließen. Bis dahin ist die Regulierung zunächst mal wieder Ländersache und die einzelnen Länder weden "geld- und fiskalpolitische Maßnahmen nach ihrem Ermessen einsetzen". Was das konkret heißt? Erstmal alles so weiter wie bisher.

Dass diese Botschaft an den Märkten kein positives Echo findet, ist klar. An den Börsen spüren die Händler die Konjunktursorgen Tag für Tag drängender. Erst heute ist auch Japan offiziell in den Kreis der Länder eingetreten, deren Wirtschaft sich in der Rezession befindet. Auf eine kurze Schwächeperiode wagt an der Börse kaum noch jemand zu hoffen. Zu massiv brechen die negativen Nachrichten über die Märkte herein: Gestern war es die Finanzbranche, heute der Autosektor.

Die Politik kann in der Wirtschaftskrise im Moment nicht mehr tun, als die allerschlimmsten Folgen zu verhindern und Weichen für eine effizientere Regulierung und besseres Krisenmanagement in der Zukunft zu stellen. Den Versuch kann man den Regierungen nicht absprechen.

Das Problem ist nur, dass Börse und Politik mit gänzlich verschiedenen Geschwindigkeiten operieren. Dass es die Aktienmärkte schaffen, die Politik in Bewegung zu setzen, haben die vergangenen Monate gezeigt. Dass die Politik den Börsen den Weg nach oben vorgibt, sollten Anleger hingegen nicht erwarten.

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