Oh wie frei und eigenständig ist der Nikkei. Nicht dass deutsche Anleger der Kursentwicklung in Fernost hinterhertrauern müssten. Im Gegenteil: Seit dem Absturz in den neunziger Jahren fristet der Nikkei ein trostloses Dasein. Aber ein Vorteil sticht ins Auge: Der Nikkei fällt und steigt nicht deshalb, nur weil die Wall Street es vormacht. Heute beispielsweise hielt sich der Nikkei prächtig, obwohl die einschlägigen US-Indizes Dow und S&P erneut eingebrochen sind.
Anders der Dax: Er verliert zum Handelsstart sofort, eben weil die US-Börsen im späten Handel eingebrochen sind. Schauen denn Anleger, die Dax-Aktien handeln nur an die Wall Street und nicht auf Europa und Deutschland?
Anders wird ein Schuh draus: Die Anteilsscheine im Dax liegen zu mehr als 50 Prozent in Händen ausländischer Anleger; vor allem vieler US-Investoren. Und die kaufen und verkaufen Dax-Aktien nun mal nicht so viel anders als Titel im Dow und S&P. Deshalb bewegt die Wall Street so stark unseren Dax. Eben weil er so international bestückt ist.
