Am meisten schmieren die Titel der Postbank
ab. Offenbar haben viele Anleger auf ein Abfindungsangebot gehofft - ihr Geheimnis bleibt, wieso. Dass die Deutsche Bank
wenig Geld übrig hat und der ganze Deal sich lange hinziehen wird, war eigentlich kein Geheimnis.
Der drastische Gewinneinbruch der Deutschen Bank
verdeckt, dass sich auch gute Nachrichten im Zahlenwerk verbergen. So hat die Bank offenbar ihren Bestand an schwer verkäuflichen Großfinanzierungen sehr stark reduziert. Dieser Punkt war lange Zeit eines der größten Risiken in der Bilanz der Bank. Zum Teil waren diese Verkäufe nach Angaben der Bank auch mit verantwortlich für die Verluste. Aber es war allemal besser, diese Risiken loszuwerden als sie in der Bilanz zu behalten - mit möglicherweise ohnehin nicht mehr realistischen Buchwerten. Insofern kommt in dem Gewinneinbruch der Bank vielleicht doch auch ein Stück Befreiung zum Ausdruck. Etwas kryptisch für den Außenstehenden bleibt freilich, wie sich das Volumen gewisser Derivategeschäfte marktbedingt erhöht hat, so dass letztlich der bilanzielle Hebel doch nicht so wie gewünscht abgebaut werden konnte.
Außerdem bleibt die Frage spannend, wie die Bank strategisch weitermachen will. Der Kauf der Postbank
dürfte sich erst dann wirklich auszahlen, wenn beide Institute voll fusioniert sind und so die Einlagen der Postkunden richtig genutzt werden können. Bis dahin dauert es aber noch längere Zeit.
