Fast zehn Prozent hat der Dax in den vergangenen Tagen gewonnen. Und die hoffnungsfrohen Kommentare zur Börse mehren sich. Doch Vorsicht ist angesagt: Noch steht die Erholung auf wackeligen Füßen. Schon nächste Woche, wenn die US-Unternehmen in die Berichtssaison starten, könnte die Stimmung wieder kippen.
Der Auftakt ist gelungen. Mehr als drei Prozent hat der Dax am Freitag gewonnen und auch die US-Börsen sind positiv in das Aktienjahr 2009 gestartet. Sogar der japanische Nikkei konnte sich der positiven Neujahrsstimmung nicht entziehen und legte heute Morgen um zwei Prozent zu. Zum Vergleich: 2008 ging es für die internationalen Indizes gleich am ersten Handelstag abwärts. Nach drei Wochen lag der Dax damals bereits 15 Prozent unter Wasser.
Danach sieht es in diesem Jahr zunächst einmal nicht aus. Allerdings sollten Anleger nach wie vor Vorsicht walten lassen. Der positive Start erlaubt keinerlei Rückschlüsse auf die künftige Börsenentwicklung – zumal die Mini-Erholung von Dow und Dax, die in den letzten Tagen des alten Jahres startete und sich nun erst einmal fortgesetzt hat – bei sehr dünnen Umsätzen zustande kam.
Was sie wert ist, wird sich erst in den kommenden Tagen zeigen, wenn die Masse der Händler und Investoren wieder ins Geschehen eingreift. Wobei auch diese Woche eher zum Einrollen dienen sollte. Richtig ernst wird es ab kommenden Montag. Dann startet mit Alcoa die Berichtssaison der US-Firmen für das Schlussquartal 2008. Dass diese ernüchternd bis deprimierend ausfallen dürfte, steht eigentlich außer Frage. Negative Überraschungen sind trotzdem nicht auszuschließen. Den leisen Hoffnungen, die an der Börse keimen, könnten sie ein jähes Ende bereiten.
Andererseits haben die Märkte zuletzt – und zwar nicht nur an den dünnen Handelstagen zum Jahreswechsel – eine erstaunliche Resistenz gegen Hiobsbotschaften gezeigt. Sollte sich diese Tendenz in der kommenden Berichtssaison bestätigen, würde dies die Zuversicht an den Märkten stützen, dass die ganz argen Zeiten hinter uns liegen.
