Schon mal was von Chinalco gehört? Nein, das ist keine chinesische Limonade, sondern ein Bergbaukonzern aus dem Reich der Mitte. Und der hat zusammen mit dem US-Riesen Alcoa
zwölf Prozent am Bergbaukonzern Rio Tinto
übernommen. Die Transaktion ist ziemlich kompliziert, sie läuft über eine Chinalco-Tochter in Singapur, und die Amerikaner sind über irgenwelche Wandelschuldverschreibungen mit eingebunden. Jedenfalls haben die beiden Konzerne angedeutet, dass sie auch ein Übernahmeangebot erwägen. Und damit treten sie gegen BHP
Billiton - dieser Konzern will sich Rio Tinto
ebenfalls einverleiben.
Damit dreht sich das Karussell der Rohstoffbranche noch ein wenig schneller - und bringt die Aktienkurse auf Trab. Allerdings muss man diese Übernahmen, bei denen es um riesige Milliardenvolumina geht, auch mit Vorsicht anschauen. Zwar werden Rohstoffe auf Jahre hinaus eine wichtige Rolle spielen, weil der Bedarf wächst, nachdem Schwellenländer wie China oder Indien wirtschaftlich erwacht sind. Aber es steckt auch eine Menge Spekulation in dem Sektor. Und wenn sich zeigt, dass der weltweite Konjunkturboom doch einen heftigen Schlag von den wirtschaftlichen Problemen der USA erhält, dann könnte auch aus dem Rohstoffmarkt noch einige Luft entweichen.
