Wer einen Mercedes kauft, muss dafür immer noch einen guten Preis bezahlen. Aber der Konzern, der dahinter steht, ist heute deutlich billiger geworden. Nach den guten Autozahlen gestern ist damit schlagartig wieder die Angst zurück an der Börse. Die Angst davor, dass die Wirtschaft insgesamt abstürzt.
Für Daimler
dängt sich mit jedem Kursrückgang die Frage auf: Wie sicher ist der Konzern vor einer Übernahme? Er hat eine Menge zu bieten: viel Geld auf dem Konto, mit Mercedes eine äußerst bekannte und hervorragende Marke, in manchen Bereichen, etwa bei umweltfreundlichen Dieselmotoren, eine zukunftsweisende Technologie. Kommt das alles im Aktienkurs noch zum Ausdruck?
Seit Conti
gegen die Übernahme durch Schaeffler kämpft, wird auch Daimler
immer wieder als möglicher Übernahmekandidat genannt. Was gegen eine Übernahme spricht, ist die Tatsache, dass früher auch schon häufiger davon geredet wurde, ohne dass etwas passierte. Eine Zeit lang hat wohl auch dagegen gesprochen, dass etwas undurchsichtig blieb, wie sehr Daimler
noch von Chrysler belastet ist. Je mehr die Stuttgarter sich davon lösen und je weiter sie die Beteiligung abschreiben, desto mehr fällt dieses Argument aber weg.
Einen Unterschied zu Conti
gibt es freilich: Wer sollte Daimler
kaufen? Ein anderer Autokonzern? Die haben meist selbst genug Probleme. Ein Zulieferer? Das würde keinen Sinn ergeben. Ein Finanzinvestor? Diese Möglichkeit taucht in den Spekulationen am häufigsten auf. Allerdings ist für diese Investoren die Finanzierung zurzeit schwierig. Aber das ändert sich möglicherweise wieder. Bis dahin sollte Daimler
versuchen, den Aktienkurs wieder in Schwung zu bringen.
