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28.07.2008  | Aktualisiert 28.07.2008, 10:44 Uhr 
Der Markt-Monitor

Münchener Rück wirkt nach

von Frank Wiebe

Die Analysten sind sich relativ einig: Es ist gar nicht überraschend, dass die Münchener ihr Gewinnziel für das laufende Jahr kassieren musste. Wenn der Aktienmarkt nicht läuft, sprudelt eine ganz wichtige Ertragsquelle für die Versicherer nicht, und das schlägt irgendwann aufs Gesamtergebnis durch. Warum knallt die Nachricht trotzdem so rein?

Dass der Markt so heftig reagiert, hat damit zu tun, dass er die Wahrheit nur scheibchenweise zur Kenntnis nimmt. Die Ankündigung der Münchener Rück bedeutet, dass die Finanzkrise ganz real auch bei einem Versicherer angekommen ist, der sich weder mit US-Immobilienkrediten verzockt noch mit einer zu hohen Aktienposition übernommen hat. Das ruft unangenehme Erinnerungen wach. Vor wenigen Jahren brachte eine schwache Börse die ganze Branche stark unter Druck. Aber die Situation ist nicht vergleichbar: Damals hatten die Versicherer sehr viel mehr Aktien in den Depots liegen als heute. Deswegen dürfte der Münchener-Rück-Schock sich nicht als dauerhaft erweisen.

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