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10.07.2008 
Dax-Prognosen

Zu viele Konjunktive

von Ralf Drescher

Auch wenn sich die Aktienmärkte etwas erholt haben - die Bären haben die Börsen weiter im Griff. Finanzkrise, Inflationsangst und Konjunkturpessimismus lassen wenig Raum für Kursfantasie. Vor einer nachhaltigen Erholung steht nach Meinung vieler Marktteilnehmer ein finaler Ausverkauf, der die führenden Indizes auf neue Tiefstände drücken dürfte.

Es gehört schon einiges an Chuzpe dazu, in diesem Umfeld Kursziele von 8 000 Dax-Punkten am Jahresende auszurufen, wie das einzelne deutsche Banken tun. Selbst die Durchschnittsprognose der Institute von knapp 7 400 Punkten erscheint angesichts der Masse an Störfaktoren ambitioniert.

Zumal der Optimismus weitgehend auf Hoffnungswerten fußt. Der Ölpreis könnte im zweiten Halbjahr fallen. Die Konjunktur in den USA und in der Euro-Zone könnte nach einer kurzen Schwächephase im zweiten Halbjahr wieder Fahrt aufnehmen. Und die Finanzkrise könnte die Erträge der Banken womöglich weniger stark belasten als befürchtet.

Das sind ganz schön viele Konjunktive. Harte Fakten, an denen man die Zuversicht festmachen könnte, sind bisher nicht auszumachen. So drängt sich der Verdacht auf, dass hinter den Prognosen der Banken ein großes Maß an Zweckoptimismus steckt. Schließlich hängen die Institute über ihr Kapitalmarktgeschäft direkt am Tropf der Börsen. Und auch der Verkauf von Finanzprodukten leidet unter der Flaute am Aktienmarkt.

Es wäre interessant zu sehen, wie sich die Banken selbst an der Börse positionieren, ob sich ihre Markteinschätzung mit dem eigenen Anlageverhalten deckt. Leider hüllen sich die Banken in diesem Punkt in Schweigen. Auf einen breit angelegten Einstieg in Aktien deutet die Kursentwicklung der jüngsten Zeit aber nicht hin.

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