Max Mustermann (siehe "Wie Mustermann ...") dürfte es mulmig werden, wenn er auf die roten Zahlen am Ende seines Bildschirms schaut. Die Rente, die er später einmal aus der gesetzlichen Kasse bekommt, ist kleiner, die Rentenlücke größer als gedacht. Hunderte Euro werden ihm als Rentner fehlen - bestenfalls. 1 972 Euro Rente müsste es in seinem Fall eigentlich sein, wenn er sich nicht einschränken will. Das sind die magischen 70 Prozent seines letzten Nettogehaltes von 2 818 Euro.
Viel frustrierender aber für Mustermann ist: Die Lücken zwischen den Rentenlücken sind groß. Beim Finanzdienstleister » AWD
sind es rund 550 Euro. Etwas kleiner ist mit rund 400 Euro die Lücke, die der Service-Rechner der » Landesversicherungsanstalten angibt. Beim Rechner des » Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) fehlen dagegen etwa 750 Euro. "Bei der Diskussion um die Rentenlücke geht es oft zu wie beim Metzger. Nach dem Motto: Darf es noch etwas mehr sein", sagt Altersvorsorge-Experte Gottschalk.
Die Unterschiede bei den Rentenlücken der einzelnen Rechner ergeben sich allein schon aus der unterschiedlichen Zahl der Angaben, die die Nutzer machen müssen. Je ausführlicher die Abfragen, desto besser. Vergleichsweise genau tut dies der Rechner des DIA, der unter "» www.dia-vorsorge.de" zu finden ist. Wenige Angaben muss der Nutzer dagegen bei » Sparda-Bank oder der » Gothaer Versicherung machen. Alter, Brutto- und Nettoeinkommen, fertig ist die Rentenlücke von über 1 200 Euro bei der Sparda. Rund 1 350 Euro fehlen nach wenigen Klicks auf der Gothaer-Internetseite. "Ein Internetrechner sollte nur als grobe Hilfe dienen. Er kann eine persönliche Beratung durch einen Experten niemals ersetzen", sagt Jan Berg vom Finanzdienstleister MLP
.
Tatsächlich hängt die Höhe der Rente, die Max Mustermann im Alter zu erwarten hat, von über 20 verschiedenen Faktoren ab - wie etwa der Inflation, die einen Teil der Rendite des angesammelten Kapitals wieder auffrisst.
Auch bei der Deutschen Rentenversicherung sieht man die Internetangebote mit Skepsis. Die Rechner berücksichtigten nicht, wie sich Veränderungen im Lebenslauf, zum Beispiel zwischenzeitliche Arbeitslosigkeit, auswirken. Zur Feststellung der Versorgungslücke empfiehlt die Behörde daher die von ihr jährlich versandten Renteninformationen.
Internetnutzer sollten nicht allzu sehr auf die Online-Rechner vertrauen. Je größer die Lücke erscheint, desto größer ist der Sparaufwand, den die Kunden dann möglicherweise betreiben.
Links zum Thema im Web:
» www.awd-finanzen.de: "Rentenlücken-Rechner"
» www.ihre-vorsorge.de: "Rentenschätzer"
» www.gothaer.de: "Rentenlücke berechnen"
» www.dia-vorsorge.de: "Rentenschätzer"
» www.sparda.de: "Rentenrechner"
» www.mlp.de: "Rentenrechner"
