Denn parallel zum Kursrutsch der meisten Börsen ist ein Marktindex kräftig gestiegen. Der VDax new, der als Nervenbarometer des deutschen Aktienmarktes gilt, ist seitdem von 20 auf über 30 gestiegen - und damit auf den höchsten Stand seit Ende 2003. Dieser Index zeigt die erwartete Dax-Schwankungsbreite (implizite Volatilität) für die nächsten 30 Tage. Er wird aus den an der Terminbörse gehandelten Optionen berechnet.
Für Halter und Käufer von Discount-Zertifikaten ist der VDax von großer Bedeutung, weil hohe Volatilitäten hohe Discounts (Rabatte) gegenüber dem direkten Kauf des Basiswertes - und höhere Maximalrenditen ermöglichen. Die Kehrseite: Discountzertifikate, die bereits im Depot sind, verlieren bei steigender Volatilität tendenziell eher an Wert, bei fallenden Kurse sowieso.
Vor einem Kauf sollten Anleger eine klare Meinung über die künftige Entwicklung der Märkte haben. Denn Discounter spielen ihre Stärken bei seitwärts tendierenden oder leicht fallenden Kursen aus. Das hat auch eine Studie der Deutschen Bank
2006 ergeben. Untersucht wurden 4 400 eigene Discount-Zertifikate, wobei sowohl die Baisse nach 2000 als auch die anschließende starke Aufwärtsbewegung in den Untersuchungszeitraum fiel. Fazit: Vier Fünftel der Discount-Papiere hatten eine positive Wertentwicklung. Knapp die Hälfte der Zertifikate entwickelte sich besser als die Basiswerte.
Neues Tool: Zertifikate suchen und vergleichen
Einige Marktteilnehmer haben bereits reagiert. "Discount-Zertifikate werden verstärkt nachgefragt", sagt Funda Tarhan, Zertifikateexpertin der ABN
Amro. Käufer hoffen auch, dass sich der Markt wieder beruhigt. "Normalisiert sich die Volatilität wieder, dann steigen die Preise für Discount-Zertifikate wieder", sagt Tarhan, "ohne dass sich der Kurs des Basiswert ändern muss". Was man im Gegenzug natürlich nicht verschweigen sollte: Sollte allein die Volatilität weiter ansteigen und der Basiswert stagnieren, fällt der Kurs des Discounters automatisch mit. Dieser Fall ist aber eher unwahrscheinlich, da steigende "Volas" meist mit fallenden Kursen einhergehen.
Auch Profis kaufen zu. Das zeigen unter anderem die aktuellen Top-Zertifikate-Käufe der Vermögensverwalter, die von der unabhängigen Ratingagentur Firstfive ermittelt und in jeder Ausgabe von ZertifikateNews veröffentlicht und ausgewertet werden (siehe Seite 15). "Diese Tendenz ist in schöner Regelmäßigkeit zu beobachten", sagt Uwe Raab von Firstfive. "Steigen die Volatilitäten an, kaufen Vermögensprofis verstärkt Discounter".
Lesen Sie weiter auf Seite 3: UBS
beobachtet Renditechancen und Höhe des Caps.-



