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25.11.2008 
Aufklärung

Emittenten und Anlegerschützer kooperieren bei Zertifikaten

von Ralf Drescher

Die Pleite mit Lehman-Zertifikaten hätten sich viele Anleger ersparen können, wenn sie sich vor dem Beratungsgespräch in der Bank informiert hätten. Davon sind der Deutsche Derivate Verband und der Anlegerschutzbund DSW überzeugt. Um die Aufklärung über Zertifikate zu verbessern, haben sie eine gemeinsame Checkliste für Anleger entworfen.

FRANKFURT. Die deutsche Derivatebranche zieht weitere Konsequenzen aus dem Debakel um Lehman-Zertifikate. Gemeinsam mit der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat der Deutsche Derivateverband (DDV) eine Checkliste mit 18 Fragen für den Zertifikatekauf erarbeitet. Diese soll Anlegern helfen, dem Berater die richtigen Fragen zu stellen und so unliebsamen Überraschungen vorzubeugen.

Hintergrund der Initiative sind die Verluste, die Tausende deutsche Anleger mit Zertifikaten von Lehman Brothers erlitten haben. Die Papiere waren ihnen in verschiedenen Banken verkauft worden, zum Teil unter völlig falschen Voraussetzungen, wie Klaus Nieding von der DSW, der Lehman-Geschädigte vertritt, sagt. Durch die Pleite der Bank droht Anlegern der Totalausfall, weil Zertifikate als Schuldverschreibungen keinen Ausfallschutz bieten.

Die Schuld hierfür geben Emittenten und Anlegerschützer vor allem den Bankberatern: "Wir haben bei Zertifikaten kein Produktproblem, sondern ein Vertriebsproblem", sagt Nieding. Aber auch die Anleger selbst sieht DDV-Geschäftsführer Hartmut Knüppel in der Pflicht: "Wir müssen weg von der Vollkaskomentalität, jeder Anleger hat auch die Verpflichtung, sich vor seinen Investitionen zu informieren.

Der Fragenkatalog, der im Internet beim DDV und der DSW abgerufen werden kann, soll Anhaltspunkte liefern und Hilfe leisten. Er umfasst unter anderem Aspekte wie Emittentenbonität, Kosten, Verlustrisiko und Produktverständnis.

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