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13.04.2007 
Zertifikatekauf

Gebühren extra

von Matthias von Arnim

Zertifikate können gegen fast jedes erdenkliche Risiko abgesichert werden. Doch jede spezielle Sicherung kostet auch extra Gebühren. Ein Überblick über die Faktoren, die Einfluss auf die Konditionen und die Preisbildung bei Zertifikaten haben.

Leistungen kosten Gebühren. Foto: Archiv

Leistungen kosten Gebühren. Foto: Archiv

Was ist das wichtigste bei jedem Vertrag? Das Kleingedruckte natürlich. Denn in den engen, winzigen Zeilen am Ende der Paragraphensammlungen findet sich oft das, worauf es eigentlich ankommt. Das gilt bei Kaufverträgen über Zertifikate genauso wie bei jedem anderen Vertrag.

Der Definition nach sind Zertifikate genau genommen abgeleitete Wertpapiere. Sie beziehen sich immer auf einen bestimmten Basiswert – das kann eine Währung, eine Aktie, ein Rohstoff, ein Index oder irgendein bunt zusammengewürfelter Wertpapierkorb sein – und leiten aus dessen Wertentwicklung ihren Preis ab. Das passiert über finanzmathematische Formeln, die sehr einfach sein können, wie zum Beispiel bei Indexzertifikaten. Ein Prozent Gewinn oder Verlust beim Dax bedeutet bei dieser Produktgattung zum Beispiel ein Prozent Gewinn oder Verlust für das jeweilige Zertifikat. Gerade Großanleger nutzen Indexzertifikate – Kleinanleger steigen in den Zertifikatehandel eher mit Garantiezertifikaten ein.


Neues Tool: Zertifikate suchen und vergleichen


Es geht aber auch komplizierter: wenn beispielsweise Renditeversprechen an Bedingungen geknüpft werden. Ein Zertifikat gewinnt zum Beispiel nur dann an Wert, wenn ausnahmslos alle Kurse in einem ganz bestimmten Aktienkorb in einem zuvor festgelegten Zeitrahmen eine ebenfalls festgelegte Mindestperformance erreichen – eine von vielen möglichen „Wenn-Dann“-Verknüpfungen. „Wir könnten theoretisch unendlich viele solcher Bedingungen miteinander verknüpfen,“ gibt ein Produktspezialist ganz offen zu. Das kann so weit gehen, dass Anleger, die ein bestimmtes Zertifikat kaufen, mit diesem Papier ein Vielfaches dessen an Gewinn erzielen können, was mit gleichem Kapitaleinsatz bei dem betreffenden Basiswert möglich wäre oder – das ist der umgekehrte Fall – mit einem anderen Zertifikat überhaupt jeden Verlust vermeiden.

Solche Renditeversprechen haben natürlich ihren Preis. Dabei gilt: Je mehr ein Zertifikat getunt wird, desto mehr Einflussgrößen wirken auf seine Wertentwicklung. Dazu kann die Schwankungsheftigkeit des Basiswertes zählen, aber auch die Höhe der Dividenden, das Wechselkursverhältnis und die eingepreisten Kosten.

Die entscheidende Einflussgrösse der Preisstellung für das jeweilige Zertifikat ist in der Regel der Kurs des Basiswertes. Abgesehen von einigen Ausnahmen wie zum Beispiel Reverse-Bonus- oder Twin-Win-Zertifikaten, die sogar bei fallenden Kursen an Wert gewinnen können, bewegen sich Basiswert-Kurs und Zertifikate-Preis mehr oder weniger korrelierend zueinander. Das „Mehr oder weniger“ wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Von Volatilität, Dividenden und Wechselkursen und wie sie Einfluss nehmen auf Zertifikate.

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