Die Volatilität gibt an, wie stark der Kurs eines Wertpapiers schwankt. Je höher die Volatilität, desto größere Kurssausschläge sind möglich. Bei Turbo-Zertifikaten spielt die Volatilität überhaupt keine Rolle. Deshalb eignen sich gerade in Zeiten heftiger Kursschwankungen Turbozertifikate gut als Spekulations- oder Absicherungsinstrument. Bei Anlagezertifikaten wiederum kommt es ganz auf die Konstruktion an, ob und wie sehr die Volatilität Einfluss auf den Preis hat. So gibt es zum Beispiel Zertifikate wie die beiden Volatilitäts-Papiere von Goldman Sachs (DE000GS0DVX3 und DE000GS0DVD5), die direkt auf Veränderungen eines Volatilitätsindex reagieren.
Aber auch indirekt kann die – jüngst wieder deutlich gestiegene – Volatilität auf die Preisbildung von Anlagezertifikaten wirken. Zum Beispiel bei Discountzertifikaten, einer der beliebtesten Zertifikatetypen. Ihr Prinzip: Mit einem Discountzertifikat erwirbt der Anleger den zugrunde liegenden Basiswert – also zum Beispiel eine Aktie oder einen Index – mit einem Abschlag. Im Gegenzug für diesen Discount partizipiert er nur bis zu einem vorher bestimmten Höchstbetrag, auch Cap genannt, an Kurssteigerungen des Basiswerts. Finanziert wird der Rabatt mit den einbehaltenen Dividenden und dem Verkauf von Call-Optionen auf den Basiswert an der Terminbörse. Daher rührt auch die Gewinnbeschränkung. Denn mit dem Verkauf einer Call-Option verzichtet der Verkäufer auf zukünftige Gewinne, die über den Basiswert der Option hinausgehen. Der Preis von Optionen wiederum steigt und fällt mit der Volatilität. Für Discountzertifikate bedeutet dies, dass in Zeiten hoher Volatilität höhere Rabatte möglich sind, während die Konditionen schlechter werden, wenn die Volatilität sinkt.
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Auch die Dividenden haben einen Einfluss auf die Konditionen und die Preisbildung bei Zertifikaten. Bei den meisten Anlagezertifikat-Typen werden die Dividenden nicht direkt an den Anleger weitergereicht, sondern dazu verwendet, den jeweiligen Bonus-, Schutz oder Garantiemechanismus zu finanzieren. Um beim Beispiel Discountzertifikat zu bleiben: Neben der Volatilität ist auch hier die erwartete Dividendenzahlung des Basiswertes die entscheidende Einflussgröße bei der Preisbildung. Denn die Dividendenausschüttungen, die der Emittent für den jeweiligen Basiswert über die komplette Laufzeit erwartet, werden dem Käufer des Discountzertifikats als Rabatt gutgeschrieben.
Der Wechselkurs spielt nur bei Zertifikaten eine Rolle, deren Basiswert außerhalb des Euro-Raums notiert ist. Das ist bei den meisten ausländischen Aktien, aber auch bei Rohstoffen der Fall. Denn ganz gleich, ob Öl, Weizen oder Metalle gehandelt werden: Als Handelswährung gilt hier der US-Dollar. Das macht Spekulationen auf fallende oder steigende Rohstoffpreise zuweilen zu einer Währungsspekulation. Denn ein Wertverfall des Dollar schlägt auch voll auf den Preis des jeweiligen Zertifikats durch. So kann das Zertifikat selbst dann an Wert verlieren, wenn der Kurs des Basiswerts in seiner Heimat- oder Handelswährung steigt.
Zertifikate mit Währungsabsicherung beugen solchen Szenarien vor. Sie werden Quanto genannt. Das Quanto steht dafür, dass das jeweilige Zertifikat die Entwicklung des Basiswertes ohne Währungseinflüsse nachvollzieht. Wer beispielsweise ein Quanto-Indexzertifikat auf den US-amerikanischen S&P 500 kauft, braucht den Dollar nicht mehr im Blick zu halten. Ein Plus des Index kann durch einen schwachen Dollar so nicht mehr ins Minus gerissen werden. Die Devisenabsicherung kostet je nach Währung bis zu vier Prozent – was ein gutes Geschäft ist, wenn der Dollar zehn Prozent an Wert verliert. Es bedeutet aber auch einen zusätzlichen Verlust, falls der Dollar steigt. Denn dann fallen nicht nur die Kosten an, der Anleger sieht auch nichts von dem Währungsgewinn.
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