Kritisch einkaufen
Ausgabeaufschlag, Spread und Managementgebühren sind wichtige Kennzahlen. Es lohnt sich, Zertifikate und ihre jeweiligen Konstruktionen miteinander zu vergleichen. Manche Emittenten bieten auf ihren Web-Sites übersichtlich alle notwendigen Daten. Ist das nicht der Fall, sollten dieVerkaufsprospekte kritische geprüft werden.
Verkaufsprospekt und Broschüre lesen: Zu jedem Zertifikat werden vom Emittenten ein Verkaufsprospekt und eine Broschüre veröffentlicht. Zusätzlich müssen Änderungen in der Zusammensetzung von Aktienkörben bekannt gegeben werden. Vor allem die Verkaufsprospekte sind oft schwer verdauliche Lesekost. Trotzdem lohnt ein prüfender Blick. Denn hier wird meist erklärt, wie der Basiswert des Zertifikats berechnet wird und wie hoch die Kosten sind. Die Unterlagen werden in der Regel im Internet auf den Homepages der Emittenten veröffentlicht und können dort heruntergeladen werden.
Basiswert sorgfältig auswählen: Handelt es sich bei einem Basiswert nicht um einen Standardindex, eine einzelne Aktie, Währung oder einen Rohstoff, sondern um eine Art Basket, ist es ratsam, die Zusammensetzung genau zu prüfen. Grundsätzlich gilt: Anleger sollten nur Zertifikate mit Basiswerten kaufen, deren Zusammensetzung transparent ist und deren Wertentwicklung sie nachvollziehen können.
Auf den Emittenten achten: Zertifikate sind nachrangige Schuldverschreibungen. Wird der Emittent insolvent, ist auch eine „garantierte“ Auszahlungszusage wertlos. Deshalb sollten Anleger grundsätzlich nur Zertifikate renommierter Emittenten kaufen.
Limit setzen: Ein Limit ist ein Orderzusatz, der im Wertpapierhandel die Grenze bezeichnet, bei deren Über- oder Unterschreiten eine Wertpapierorder ausgeführt wird. Anleger sollten genau definieren, wie viel sie für ein Zertifikat zahlen wollen und wann sie verkaufen möchten.
Glossar
Ausgabeaufschlag: Eine Art Verkaufsprovision. Anders als bei Fonds wird sie bei Zertifikaten nur bei der Emission fällig. Nach der Emission sind Zertifikate, die mit diesem Aufschlag platziert wurden, in der Regel preisgünstiger.
Spread: Die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs nach der Emission. Faustregel: Ein Spread von weniger als 0,5 Prozent ist preiswert, ein Spread von mehr als 1,5 Prozent ist eher teuer.
Managementgebühren: Sie werden in der Regel dann fällig, wenn die Zusammensetzung eines Zertifikats aktiv von Experten gemanagt wird – ähnlich wie bei Fonds. Allerdings gehen nicht alle Emittenten gleich transparent mit diesen Kosten um. Während manche Emittenten die Managementgebühren ihrer aktiv gemanagten Zertifikate auf ihrer Web-Site veröffentlichen, schreiben andere die Kosten nur in ihre Verkaufsbroschüren.
Quelle: New Investor



