Aus diesem Grunde bieten diese Papiere auch einen Steuervorteil: Da ETCs einen Anspruch auf Lieferung einer Ware verbriefen, stehe deren Erwerb im Vordergrund und nicht der Handel mit Wertpapieren. Dadurch würde die Abgeltungsteuer anders als bei Zertifikaten nicht gelten, so zumindest die Ansicht der Deutschen Börse
Commodities GmbH (DBC), einem Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Börse
AG und Banken.
Andere Steuerexperten teilen die Ansicht, dass ETCs nicht der Abgeltungssteuer unterliegen - aber wohl nur bei Lieferung des Goldes und nicht bei einer Barauszahlung. "Bei solch steuerlich strittigen Fragen sollten Investoren immer einen Steuerberater hinzuziehen", empfiehlt Stefan Arndt, Fachanwalt für Steuerrecht insbesondere professionellen Investoren. Ähnlich äußern sich auch andere ETC-Experten.
Beim von DBC emittierten ETC-Papier "Xetra-Gold" haben Anleger Anspruch auf ein Gramm Gold pro Anteilsschein. "Seit Dezember 2007 haben wir über fünf Tonnen an Gold über unser Papier verkauft", erzählt Martina Gruber, Geschäftsführerin des Unternehmens. Der Großteil dieser Menge lagert nun bei der Tochter Clearstream Banking AG in Frankfurt. Ein kleiner Rest von fünf Prozent besteht aus Forderungen an den Goldlieferanten Umicore.
Wenn der Anleger will, kann er sich das Gold ausliefern oder den Gegenwert auszahlen lassen. Dabei ist letztere Variante eindeutig kostengünstiger.
Die ETC-Idee stammt aus den USA. "Dort dürfen Pensionsfonds nur in physisch hinterlegte Produkte investieren", weiß Thomas Meyer zu Drewer, Deutschlandchef von Lyxor International Asset Management, eine Tochter der Société Générale.
Sie gab Ende April 2007 ihr Lyxor Gold Bullion heraus. Der Anteil ist zwar optisch teurer als bei "Xetra-Gold", er verbrieft aber auch einen Anspruch auf entsprechend mehr Gold, nämlich eine zehntel Unze. Die physische Auslieferung kostet pauschal 750 US-Dollar, sie lohnt daher nur für größere Mengen.
Lyxor hat bisher in Europa 128 Tonnen Gold verkauft; weltweit über Partner sogar mehr als 800 Tonnen. Gegenwärtig verwahrt HSBC
USA den Bestand. "Gemessen daran wäre das die siebtgrößte Zentralbank der Welt", erzählt Meyer zu Drewer.
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