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21.10.2006 

Lupe

Genau hinschauen sollten Anleger bei neuen Nischenthemen. Dazu zählen etwa die frisch auf den Markt gekommenen Zertifikate auf Uranförderer (WKN: UB1URA) oder Zertifikate auf Nanotechnologie-Aktien (WKN: 699688 sowie A0DG92). Diese Zertifikate sind mit oft interessanten, allerdings in ihren Kursen stark schwankenden Nebenwerten bestückt, da die Auswahl an Unternehmen klein ist - gerade bei Uran. Oder weil das Spezialthema nur einen kleinen Teil des gesamten Konzernumsatzes ausmacht.

Wie heikel das werden kann, zeigt das Beispiel des US-Unternehmens Headwaters Technology. Die Aktie fehlt in den wenigsten Zertifikaten zum Thema Nanotechnologie. Gleichzeitig gilt das Unternehmen als grünes Investment, das Ethanol herstellt und deshalb auch im Index für alternative Energien der Deutschen Börse vertreten ist. In den vergangenen sechs Monaten hat sich der Kurs dieser Wunderaktie nahezu halbiert, nachdem die Euphorie abgekühlt ist. Selbst risikofreudige Anleger sollten solche Nischenprodukte nur in homöopathischen Dosen ins Depot nehmen - zumal angesichts der Inflation an Megatrends auch Erinnerungen an den Börsenhype des Jahres 2000 aufkommen: Damals warfen die Banken massenhaft Zertifikate auf den Markt, die mit vermeintlichen Megatrends warben. Weder markige Trends noch illustre Namen wie Asia Tsunami, Internet B2B oder Web & Wap schützten Investoren vor den nachfolgenden Kursverlusten von bis zu 90 Prozent.

Um solche Erfahrungen in Zukunft zu vermeiden, sollten Anleger auf die Konstruktion der Zertifikate achten. Wichtig ist die Frage, ob die Bank die Zusammensetzung des Zertifikats regelmäßig überprüft und anpasst. So stellen Anleger einerseits sicher, dass sie immer an den wichtigsten Aktien einer Branche beteiligt sind. Andererseits senkt eine regelmäßige Anpassung das Risiko, dass sich einzelne im Zertifikat enthaltene Aktien besonders schlecht entwickeln und die Rendite des gesamten Zertifikats verhageln.

Ein weiterer Blick sollte den Gebühren gelten: Eine Managementgebühr von bis zu einem Prozent pro Jahr ist für ein solches Zertifikat nur dann akzeptabel, wenn die Bank im Gegenzug die Dividenden an die Anleger weitergibt. Haben Investoren die Wahl zwischen einem gebührenfreien Zertifikat und einem gebührenpflichtigen inklusive Dividenden, schneidet meist das Papier mit den Dividenden besser ab. Und letztlich sollte - Zukunftspapier hin, Megatrend her - auch bei solchen Zertifikaten eine Verlustbegrenzung (Stoppkurs festlegen) vor den finanziellen Folgen einer Fehleinschätzung schützen. Schließlich war schon so mancher tolle Trend plötzlich vorbei.


» Dieser Artikel ist in der aktuellen Ausgabe 19/2006 des kostenlosen Handelsblatt-Zertifikate-Newsletters erschienen. Hier können Sie sich als Abonnent anmelden oder die aktuelle Ausgabe herunterladen


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