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01.03.2008 
Zertifikate

Gute Zeit für Uran-Investments

von Ingo Narat

Trotz der jüngsten Preiskorrektur sehen viele Finanzexperten langfristig ein großes Aufwärtspotenzial für das strahlende Metall. Die Nachfrage soll um 100 Mill. steigen.

Es ist stiller geworden um Uran als Anlageobjekt - wohl zu unrecht. Der fundamentale Datenkranz spricht weiterhin für eine Renaissance des Metalls. Sowohl etablierte als auch aufstrebende Ökonomien können nicht auf Nuklearenergie verzichten. Maßgebliche Energieträger wie Öl werden knapp, sodass Ersatz dringend gebraucht wird. Außerdem ist Uran - zumindest in den Augen seiner Protagonisten - einer der wenigen wirklich „grünen“ Energiespender. Zumindest kennen Atomkraftwerke keine Kohlendioxidemissionen. Daher beginnt sich in der Diskussion um die Sicherung der Energieversorgung die Wahrnehmung zu verschieben, auch wenn Deutschland der internationalen Einstellung hinterher hinkt: CO2-Emissionen werden im Vergleich zum Uraneinsatz immer häufiger als größeres Risiko gewertet. Parallel zur jüngeren politischen Debatte beruhigte sich der explosive Preisaufschwung. In der Spitze waren am Kassamarkt im Sommer 138 Dollar pro Pound und damit für etwa 0,45 Kilogramm gezahlt worden. Seit einiger Zeit sind es um die 80 Dollar. In dem Rückschlag sehen viele Experten eine notwendige Korrektur: Anfang des Jahrtausends lag der Preis noch weit unter zehn Dollar. Für 2008 rechnen viele Experten mit enttäuschenden Ergebnissen der Uran fördernden Minen. Manche Großprojekte sind ins Hintertreffen geraten. Das gilt insbesondere für ein neues Minenprojekt des kanadischen Weltmarktführers Cameco. Gleichzeitig dürfte die Nachfrage nach Uran steigen. Laut Welt-Nuklearverband werden weltweit 439 Reaktoren betrieben, 33 weitere sind in Bau und 316 geplant oder angedacht. Schon in den vergangenen Jahren lag der Verbrauch über der Neuproduktion, die Differenz wurde aus der Abrüstung alter Atomwaffen gedeckt. Laut DavidMiller, Chef der Uranmine Strathmore Minerals, steht der weltweite Jahresverbrauch von 180Mill. Pound einer Produktion von nur 110 Mill. Pound gegenüber. So seien derzeit 200 Reaktoren in Bau oder in der Planungsphase, die seiner Schätzung nach eine zusätzliche Nachfrage von weiteren 100 Mill. Pound entfalten werden. Im Jahr 2030 könnte sich die Zahl der Ländermit Atomreaktoren vervierfachen. Das hält zumindest Jeff Combs für realistisch, der als Chef der Uran-Consultingfirma UxC einen guten Namen in der Branche hat. Anleger konnten in früheren Jahren die Uran-Karte nur über einschlägige Minenaktien spielen. Sie haben in der frühen Phase Reichtümer verdient. Einige Minentitel vervielfachten sich in kürzester Zeit. Mit der Preisberuhigung im Sommer setzte allerdings auch bei den Aktien eine Konsolidierung ein.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ein aktiv betreutes Produkt von DWS.

Viele Titel büßten seither die Hälfte ihres Wertes ein - auch Cameco. Im Zuge der Preisexplosion erweiterte sich auch die Liste der verfügbaren Aktien erheblich. In den meisten Fällen handelt es sich allerdings um Explorationsunternehmen mit zweifelhaften Erfolgsaussichten. Viele davon verfügen nur über geringe Marktkapitalisierungen und sind häufig an der Risikobörse in Vancouver gelistet. Nur die wenigsten Suchen nach Lagerstätten sind erfolgreich und münden dann auch noch - nach vielen Jahren - in die tatsächliche Förderphase. In der Zwischenzeit haben Banken und Vermögensverwalter jedoch eine Reihe von Produkten auf denMarkt gebracht, mit denen Investoren an der erwarteten Rohstoffverknappung und deshalbweiter steigenden Preisen teilhaben können. Vor allem Zertifikateemittenten sind aktiv geworden. Einige bieten Körbe auf eine Auswahl von Aktien an.
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Der noch einige Jahre laufende Uranium Basket der UBS beispielsweise bündelt zehn Aktien. Die Société Générale hat mehrere Produkte im Rennen, darunter auch einige ohne Laufzeitbegrenzung, die mit Hebeln ausgestattet sind. Hier kann der Anleger demnach spekulativer agieren. Eine Variante bietet die größte deutsche Fondsgesellschaft DWS. Das Haus hat ein aktiv betreutes Produkt lanciert. Wie bei einem Investmentfonds wechselt das Management je nach Einschätzung der Firmen die Portfoliozusammensetzung. Wenn Anleger ihr Engagement breiter anlegen wollen, können sie sich auf Rohstoffe und insbesondere Energiewerte konzentrierte Aktienfonds näher anschauen. Zu dieser Gruppe zählt etwa der Uran- und Energiefonds von Stabilitas. Allerdings ist auch hier Mut für den Einstieg nötig. Der Anteilspreis hat sich seit Mitte vergangenen Jahres halbiert.
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