Diese schmerzliche Erfahrung eines höheren Risikos haben auch Anleger gemacht, die auf das erste Korridor-Papier gesetzt haben (WKN: SG9BMY). Die Société Générale brachte ihre Produktinnovation im Juli 2006 auf den Markt. Basiswert war der Dax. Das Papier versprach in knapp eineinhalb Jahren „einen Ertrag von 48 Prozent“. Voraussetzung: Der Dax durfte ausgehend vom Referenzstand bei 5500 Punkten nicht mehr als 24 Prozent nach oben oder unten schwanken. Die Schwellen lagen somit bei 4180 und 6820 Indexpunkten. Aus damaliger Sicht ein durchaus üppiger Puffer und somit keine schlechte Wette.
Während aber die untere Schwelle tatsächlich nie ernsthaft in Bedrängnis kam, wurde die obere schon fünf Monate später durch den deutschen Standardwerte- Index regelrecht überrollt. Aus Anlegersicht besonders tragisch: Der für die Rückzahlung maßgebliche Bewertungstag lag im Dezember 2007 ausgerechnet in der Marktphase, in der sich der Dax bei über 8000 Punkten ein letztes Mal aufbäumte und sein Allzeithoch ins Visier nahm. Mehr als 1 000 Punkte hatte der Basiswert die obere Schwelle hinter sich gelassen.
Das Korridor-Produkt, dass ja durch den Barrierenriss zu einem Reverse-Index-Produkt mutiert war, wurde zu weniger als 55 Euro zurückgezahlt. Erstzeichner verloren damit fast die Hälfte des eingesetzten Kapitals. Nur wenige Handelstage später wäre die Rückzahlung deutlich höher ausgefallen. Der Dax brach ein und fiel unter 6 500 Zähler.
Mittlerweile offerieren Société Générale und Merrill Lynch auch eine große Auswahl an Korridor-Produkten mit Einzelaktien als Basiswert. Die bieten gegenüber Indizes aufgrund ihrer höheren Volatilität eine höhere Renditechance bei gleichzeitig höherem Risiko, dass eine Schwelle gerissen wird.
Spekulativ reizvoll sind Produkte auf Tui und Postbank. Die Tui-Aktie notierte in den vergangenen fünf Jahren in der Spanne zwischen 22,46 und 9,86 Euro - also deutlich innerhalb der Bonusschwellen. Und die Postbank-Aktie hat aktuell einen Sicherheitspuffer von jeweils 50 Prozent.
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