Nachdem die großen Emittenten inzwischen eine solide Auswahl an weltweiten Anlagezertifikaten mit attraktiven Ausstattungsmerkmalen zur Verfügung gestellt haben - volle Dividendenberücksichtigung, ohne Laufzeitbegrenzung und mit aktiver oder semiaktiver Anpassung des Korbs - richtet sich das Augenmerk vieler Anbieter inzwischen auf Spezialitäten im Bereich Infrastruktur. So verbrieft die DWS Go den Zugang zu russischen Infrastrukturwerten über ein Zertifikat, Goldman Sachs lancierte jüngst ein Zertifikat für chinesische Infrastrukturwerte.
Noch exotischer gehen ABN
Amro und die Deutsche Bank
vor: Sie bieten mit zwei Zertifikaten den Zugang zu den Infrastrukturwerten in Dubai und dem Mittleren Osten an. Die lokale Wirtschaft rund um den Golf erlebt - getrieben vor allem von massiven Überschüssen durch Ölexporte - einen regelrechten Investitionsboom. Grob geschätzt fließen rund zehn Prozent der preisbedingt immer höheren Öleinnahmen in neue Infrastrukturprojekte vor Ort. Die Zertifikate eignen sich auf Grund ihres kleinen und hochvolatilen Anlagespektrums aber nur für wagemutige Investoren mit einem hohen Maß an Risikobereitschaft.
Für Belebung im Markt für innovative Anlagen sorgte vor gut einem Monat der Indexfonds-Anbieter EasyETF, ein Gemeinschaftsprojekt von Axa
Investmentmanagers und BNP
Paribas. Die Franzosen bieten für eine jährliche Verwaltungsgebühr von 0,5 Prozent zwei Strategie-Indexfonds auf einen europäischen und weltweiten Natural-Monopoly-Index (NMX) an. Darin enthalten sind Unternehmen aus dem Infrastruktursektor, die über natürliche Monopole in ihrer jeweiligen Branche verfügen. Auch dieses Anlagekonzept dürfte künftig weiter verfeinert werden: Die NMX-Indexfamilie umfasst bereits Indizes für Straßenbetreiber, Netzbetreiber sowie diverse Länder- und Sektorenindizes, auf die bald schon Anlagevehikel folgen werden.



