Ganz so mager werden die Renditen im Agrarsektor in Zukunft kaum ausfallen. Gegessen wird immer. Und das immer mehr, weil die Welt immer mehr Menschen ernähren muss. Da es zudem kaum reine Agrarproduzenten mit eigenem Landbesitz an der Börse gibt, viele Aktien von Agrarzulieferern bereits teuer sind, bleiben Indizes auf Agrarrohstoffe zwangsläufig interessant. Immerhin wächst die Zahl börsennotierter Indexfonds (ETFs) auf Rohstoffindizes. Diese Produkte sind preiswerter als Zertifikate. Außerdem laufen Anleger mit ETFs nicht Gefahr, bei einer Pleite des Emittenten ihren Einsatz zu verlieren. ETFs gehören zum Sondervermögen, während Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen sind.
Nicht alles lief schief! Hohe Gewinne abräumen lassen sich bei Zertifikaten mit Bezug zu den heißgelaufenen Industriemetallen. Der durchschnittliche Total Return der im Index GSCI Industrial Metals enthaltenen Metalle erreicht im Dreijahreszeitraum gut 150 Prozent, auch in Euro ließ sich ordentlich verdienen. Anders als bei Agrarrohstoffen pushten hier Rollgewinne die Performance. Sie fallen an bei fallenden Terminmarktkurven – Backwardation genannt.
» Börsen-Tops und Flops auf einen Blick
Aktuelles Beispiel: Eine Tonne Blei zur sofortigen Lieferung kostet an der London Metall Exchange (LME) derzeit 3 380 Dollar, die Lieferung in 15 Monaten 3 130 Dollar, also gut sieben Prozent weniger. Mit Blei bleiben Anleger in der Gewinnzone, solange der Spotpreis nicht um mehr als sieben Prozent fällt. Das aber ist gerade im vollkommen heißgelaufenen Bleimarkt kaum zu erwarten. Unter dem Strich garantiert Backwardation ebenso wenig Gewinne, wie Contango immer Verluste bedeuten. In einer Metallschmelze verlieren alle.
Nach dem rasanten Preisauftrieb der vergangenen Wochen spekulativ überhitzt wirkt auch der Ölmarkt. Zumal die Hälfte des weltweiten Ölhandels inzwischen von Finanzspekulanten über Futures gemacht wird. Mezger: "Ein weiterer Kursanstieg auf dreistellige Notierungen scheint für die Mehrheit der Marktteilnehmer nur noch eine Frage der Zeit zu sein." Doch von ihnen werde die Preiselastizität der tatsächlichen Ölnachfrage unterschätzt.
Mezger glaubt, dass das Wachstum der Nachfrage bei einem Barrelpreis über 80 Dollar deutlich schwächer sein wird, als die Internationale Energieagentur (IEA) aktuell mit knapp zwei Prozent für 2008 prognostiziert. Der spekulative Run auf die Ölmärkte könnte die Konjunktur weiter schwächen und somit als Bumerang an die Rohstoffmärkte zurückkommen. Unruhige Zeiten für Rohstoffanleger.
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