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07.03.2007 
EU-Beitrittskandidat

Kroatien bietet Investmentchancen

von Udo Rettberg

Die Schwellenländer in Osteuropa rücken in den Fokus von Anlegern in den Industrienationen. Ein Grund für den gen Osten gerichteten Blick der Investoren: In den vergangenen Jahren haben sie mit den EU-Beitrittskandidaten aus dieser Region gute Erfahrungen gemacht, weil sie beim Konvergenzspiel hohe Gewinne einfahren konnten.

FRANKFURT. Bei dieser Strategie setzen die Anleger jetzt in Kroatien unter anderem darauf, dass sich die derzeit noch höheren kroatischen Kapitalmarktzinsen über kurz oder lang den niedrigeren EU-Zinsen anpassen werden und sie mit Investments in kroatischen Anleihen Kursgewinne erzielen werden.

Erfahrungsgemäß profitieren Investoren auch an den Aktienmärkten von EU-Beitrittsnationen. Daher fokussieren sich Börsen, Banken und Anleger im Westen auf den Beitrittskandidaten Kroatien, wie ein neues von der Erste Bank für österreichische Sparkassen emittiertes S-Box-Kroatien-Indexzertifikat zeigt. Kroatien verfügt nach Meinung von Ökonomen langfristig über erhebliches Wachstumspotenzial.


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Der von Börse Stuttgart berechnete S-Box-Kroatien-Index berücksichtigt die zehn größten Unternehmen des Landes. Voraussetzung für eine Berücksichtigung bei der vierteljährlichen Überprüfung der als Kurs-Index berechneten Messlatte ist unter anderem die tägliche Liquidität. Diese muss im Dreimonats-Durchschnitt mindestens 80 000 Euro betragen. Auf diesen Index hat die Bank ein Open End Index-Zertifikat emittiert – es ermöglicht Anlegern, simpel und kostengünstig mit einem einzigen Produkt in Kroatiens Aktienmarkt einsteigen können.

Nachdem die EU-Beitrittsverhandlungen mit Kroatien nach einigen Anlaufschwierigkeiten im Februar 2006 beginnen konnten, gilt bei Experten das Jahr 2010 als ein möglicher Beitrittstermin des Landes zur europäischen Staatengemeinschaft. Befürworter peilen zwar schon einen Beitritt im Jahr 2009 an, doch gilt ein solch früher Beitritt noch längst nicht als gesichert. Allerdings weisen Optimisten darauf hin, dass die jüngste EU-Entscheidung, Verhandlungen mit der Türkei und Kroatien zukünftig unabhängig voneinander führen zu wollen, die Chancen Kroatiens deutlich erhöhen könnte.


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Ökonomen sagen, dass das Wirtschaftswachstum, das im Jahr 2006 eine Steigerung von 4,8 Prozent erreichte, eine solide Entwicklung zeigt. „Auch für die kommenden Jahren sollte dieses hohe Niveau gehalten werden können“, sagen die Fachleute von der Erste Bank. Der große Anteil an ausländischen Investitionen ist dabei sicherlich sehr hilfreich. Die niedrige Inflation mit aktuell 3,4 Prozent ist eine weitere Stütze des Aufschwungs.

Bei einer ökonomischen Analyse des Landes sind aber auch Schattenseiten zu erkennen – zum Beispiel die mit 11,5 Prozent hohe Arbeitslosigkeit und das hohe Kreditwachstum von 20 Prozent. Diese Kennzahlen trüben das Gesamtbild. Die Zentralbank will künftig den hohen Anstieg an Krediten eindämmen. Fachleute weisen in diesem Kontext indes darauf hin, dass die zur Erreichung dieses Ziel getroffenen Maßnahmen die Gefahr einer Abschwächung der Gesamtwirtschaft beinhalten.


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