2 Bewertungen ***
12.09.2008 
Zertifikate

Nerven-Prämie in turbulenten Börsenzeiten

von Matthias von Arnim

Die Unsicherheit an den Börsen hat in den vergangenen Monaten zugenommen. Damit lässt sich Geld verdienen - aber nur mit den passenden Zertifikaten.

Zertifikate zum Thema Volatilität: Zur Ansicht der kompletten Tabelle bitte die Bildlupe anklicken.Lupe

Zertifikate zum Thema Volatilität: Zur Ansicht der kompletten Tabelle bitte die Bildlupe anklicken.

FRANKFURT. Börsianer sind nervös. Manchmal sind sie es mehr, manchmal weniger. Wie nervös Börsianer sind, lässt sich an den Börsenindizes ablesen: In der Regel drückt sich die Gefühlsstimmung der Anleger durch eine Zunahme oder Abnahme der Schwankungsintensität (Volatilität) der Börsenkurse aus. Je höher sie ausfällt, umso hektischer ist das Börsentreiben.

Da Börsianer sich für jede Art von Börsen-Statistik begeistern können, haben sie für die Messung der eigenen Nervosität-Indizes erfunden, die so genannten Volatilitäts-Indizes. In den USA ist das zum Beispiel der VIX (Chicago Board Options Exchange Volatility Index), in Deutschland ist es der VDax New. Diese Volatilitäts-Indizes messen die Schwankungsintensität der jeweils dazu gehörenden Aktien-Indizes, in diesen beiden Fällen sind dies der S&P 500 und der deutsche Leitindex Dax. Konkret: Der VDax New und der VIX zeigen an, mit welcher Schwankungsbreite beim Dax beziehungsweise beim S&P 500 die Investoren an der Terminbörse in den kommenden 30 Tagen rechnen.

Dieser Beitrag wurden den 14-täglich erscheinenden Handelsblatt ZertifikateNews entnommen. Hier kostenlos bestellen!

Die Volatilität zu messen, ist natürlich kein Selbstzweck, sondern ein wichtiger Prognose-Indikator. "Tendenziell geben Volatilitäts-Indizes einen Hinweis auf den Börsentrend. Steigende Volatilität geht oft mit fallenden Kursen und fallende Volatilität mit steigenden Kursen einher", sagt Pascal Nörrenberg von der Citi. Hintergrund: Je hektischer das Treiben wird, desto größer wird oft die Unsicherheit, manchmal wird daraus auch Angst. Deshalb neigen Anleger bei steigender Volatilität oft eher dazu, Aktien zu verkaufen. Effekt: Die Kurse sinken. Das wiederum kann die Nervosität der Börsianer steigern. Im schlimmsten Fall wird daraus eine Baisse. Im besten Fall steigt irgendwann wieder die Zuversicht, mit ihr die Börsenkurse, und die Volatilität nimmt wieder ab.

Die Schwankung der Volatilität

Börsianer wären keine Börsianer, wenn sie nicht irgendwann auf die Idee gekommen wären, die Indikatoren selbst handelbar zu machen. Deshalb gibt es Futures auf die Volatilität. Sie werden an der Terminbörse gehandelt wie Futures auf Währungen, Gold oder Schweinebäuche. Die Wertentwicklung der Terminkontrakte drückt aus, welche Schwankungsintensität die Börsianer in den kommenden Monaten erwarten. Für jeden Monat wird ein neuer Future gehandelt. Wesentlicher Unterschied zu Schweinebauch-Futures: Volatilitäts-Futures lösen keine reale Lieferung aus, es findet kein Transport von Waren statt - obwohl es sicher manchmal gut tun würde, Nervosität in Kühlhäusern einzulagern.

Also werden am Laufzeitende der Futures nur die Differenzbeträge der eingegangenen Kontrakte ausgeglichen. Es ist ein Handel auf eine sehr abstrakte Größe. Und das ist sicher auch eines der Probleme, wenn es darum geht, damit Geld zu verdienen. "Bei Open-End-Zertifikaten, die die Wertentwicklung von Volatilitäts-Futures wiedergeben und somit eine längere Laufzeit als die Futures haben, muss monatlich der jeweils auslaufende Future verkauft und mit diesem Geld in den nächstfälligen Future investiert werden. Dabei können Verluste entstehen, aber auch Gewinne. In den letzten Jahren haben die Börsianer oft für die Zukunft eine höhere Volatilität als die aktuelle erwartet, dass hat sich leider negativ ausgewirkt", sagt Dirk Heß von Goldman Sachs.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Bonuspapiere auf Nestlé 

06.01.2009Mehrwert

In der aktuellen Ausgabe geht es um die Aktie des Nahrungsmittelriesen Nestlé. Anleger, die glauben, dass das Papier steigen wird, können auch mit Bonuszertifikaten darauf setzen. Hören Sie rein. Anhören


Anzeige