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20.04.2007 
Zertifikate

Private Equity für alle

von Udo Rettberg und Jürgen Röder

Zahlreiche Finanzprodukte bieten auch privaten Anlegern bereits Zugang zum PE-Wachstumsmarkt. Lehman Brothers bringt nun ein weiteres auf den Markt.

Tabelle: Das neue Private Equity-Zertifikat im Detail. Zur Vollansicht bitte anklicken. Quelle: Handelsblatt ZertifikateNews.Lupe

Tabelle: Das neue Private Equity-Zertifikat im Detail. Zur Vollansicht bitte anklicken. Quelle: Handelsblatt ZertifikateNews.

DÜSSELDORF. Der Markt für Private Equity (PE) sorgt nicht nur durch spektakuläre globale Übernahmetransaktionen, sondern auch durch überdurchschnittliche Anlageresultate immer wieder für Schlagzeilen. Zu dieser bislang vor allem dem „großen Geld“ vorbehaltenen Anlageklasse erhalten jetzt auch private Investoren vermehrt Zugang.

Dieser Trend wird von den Akteuren an den internationalen Finanzmärkten auf der einen Seite begrüßt. Auf der anderen Seite treibt er jedoch auch die Mahner in die Offensive, die darin ein eindeutiges Signal für eine möglicherweise bevorstehende Überhitzung der von einer hohen Liquiditätswelle getragenen Finanzmärkte sehen. Die Warnung von David Rubenstein, einem der Mitgründer des amerikanischen Marktführers Carlyle Group, nehmen Marktbeobachter sehr ernst. Rubenstein hatte zuletzt in Frankfurt mit seiner Bemerkung, die Branche könne nicht für alle Zeiten auf dem derzeit hohen Niveau weiterlaufen, für nachdenkliche Mienen gesorgt.

Neu auf den Markt kommt das US-Finanzhaus Lehman Brothers mit einem kapitalgarantierten Zertifikat auf den S&P Listed Private Equity Index. Das Besondere an diesem Index sehen die Experten darin, dass es sich nach eigenen Angaben um den ersten Maßstab im Private-Equity-Bereich mit täglicher Liquidität handelt. Der Index hat in den vergangenen sechs Jahren eine Wertentwicklung von durchschnittlich plus 23 Prozent pro Jahr erreicht. Er bildet die Kurse der 25 am besten bewerteten Aktien der PE-Branche ab. Die Mindestanlage wurde auf 1 000 Euro festgesetzt. Es gibt keine Managementgebühr, dafür werden die Dividenden einbehalten. Voraussichtlich am 23. April beginnt die Zeichnungsfrist.


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ABN Amro (WKN: ABN93H9) und Société Générale (WKN: SG0HP7) haben bereits entsprechende PE-Index-Zertifikate auf den Markt gebracht. Das Produkt der niederländischen Großbank bezieht sich auf den LPX-Indizes, die vom Schweizer Wirtschaftswissenschaftler Heinz Zimmermann kreiert wurden. Seit dem 1. August 2005 ist das Zertifikat auf den Markt und hat in den vergangenen zwölf Monate knapp neun Prozent zugelegt. Aus rund 300 börsengehandelten Private Equity Gesellschaften werden die 15 größten mit einer Marktkapitalisierung von 30 Milliarden Dollar ausgewählt. Drei Viertel der Dividenden werden reinvestiert, die Managementgebühr beträgt 1,65 Prozent.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mit einem Zertifikat auf die größten 25 Private-Equity-Unternehmen setzen

Noch breiter gefächert ist ein neues Indexzertifikat der Société Générale (WKN: SG0HP7), das die Kurse von 25 großen Private-Equity-Unternehmen wie Candover und 3i abbildet. Die Managementgebühr beträgt 1,25 Prozent pro Jahr, die anfallenden Dividenden werden reinvestiert. Seit der Erstnotiz Anfang Oktober 2006 ist der Wert des Index um mehr als 13 Prozent gestiegen.

Bereits seit mehr als vier Jahren ist das P3-Zertfikat der Dresdner Bank auf dem Markt (WKN: 173499), das in den vergangenen zwölf Monaten rund 31 Prozent zugelegt und sich seit der Erstnotiz mehr als verdoppelt hat. Die Gebühren sind aber hoch: Neben der Managementgebühr in Höhe von 1,5 Prozent p. a. fällt bei Überschreiten einer jährlichen 5-Prozent-Mindestrendite eine erfolgsabhängige Vergütung an. 15 Prozent des über der Mindestrendite erzielten Ertrags werden dann eingestrichen.

Das Interesse an PE-Investments dürfte weiter zunehmen, sagen Optimisten mit Hinweis darauf, dass das von PE-Fonds weltweit aufgenommene Kapital zuletzt neue Rekordbeträge erreicht hat. Aufmerksam registrieren die Finanzmärkte in diesem Zusammenhang, dass acht der zehn größten Buy-out-Transaktionen (also Firmenkäufe) von Private-Equity-Unternehmen seit Anfang 2006 über die Bühne gingen. In diesem Kontext ist auch festzustellen, dass sich die teils aggressiven Finanzinvestoren in ihren geschäftlichen Aktivitäten inzwischen schon längst nicht mehr nur auf kleinere und mittlere Unternehmen konzentrieren, sondern auch nach größeren Aktiengesellschaften Ausschau halten.

Die Experten der auf globale Finanzmärkte spezialisierten Wirtschaftsprüfungs- und Consulting-Sozietät Walkers Group sehen die Private-Equity-Branche zwar weiter im Aufwind, doch werde „das Wachstum vor allem in Emerging Markets wie Indien, China und Ländern des Mittleren Ostens stattfinden“. Im Jahr 2006 sei das Volumen der PE-Investments in den Schwellenländern um 29 Prozent auf 33,2 Mrd. Dollar gestiegen, wobei der größte Anteil von 19,4 Mrd. Dollar auf die asiatische Region entfallen sei.


Dieser Artikel ist der Ausgabe 07/2007 des kostenlosen Handelsblatt Zertifikate-Newsletters entnommen. Abonnieren Sie hier die ZertifikateNews und Sie erhalten alle 14 Tage die aktuelle Ausgabe kostenlos in Ihr Email-Postfach geliefert. Zwei Tage bevor sie zum Download angeboten wird.

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