Die Vermögensverwalter von Rhein Asset Management reduzieren im konservativen Musterdepot, das in den Handelsblatt ZertifikateNews veröffentlicht wird, die Aktienquote. Sie halten es für realistisch, dass der Dax noch unter die Marke von 6 000 Punkten fällt.
Das Musterdepot vor der jüngsten Umstellung. Zur Vollansicht bitte anklicken. Quelle: Handelsblatt ZertifikateNews.
DÜSSELDORF. Weiterhin labile Aktienmärkte erwarten die Vermögensverwalter von Rhein Asset Management, die exklusiv für ZertifikateNews seit dem 9. Januar 2007 ein Zertifikate-Portfolio bestücken. "Alle etablierten Aktienindizes sehen aktuell charttechnisch sehr angeschlagen aus", so Christian Kratz, Geschäftsführer von Rhein Asset. "Die Erholungstendenzen an den Aktienmärkten im Mai und Juni sehen wir als Bärenmarkt-Rally in einem bestehenden Abwärtstrend."
Das konservative, fiktive Musterdepot mit einer Anfangssumme von 100 000 Euro soll zeigen, wie Anleger ihr Finanzrisiko mit Zertifikaten begrenzen können, ohne bei steigenden Börsen größere Abstrichen machen zu müssen. Die bisherige Wertentwicklung des Portfolios kann sich durchaus sehen lassen. Seit dem Start des Musterdepots im Januar des vergangenen Jahres konnte der Gesamtwert trotz der schwachen Börsenmonate seit Anfang des Jahres 1,7 Prozent zulegen. Im identischen Zeitraum verlor der DJ Euro Stoxx 50 dagegen fast neun Prozent.
Als Resultat ihrer negativen Einschätzung der Aktienmärkte hat Rhein Asset Management am 27. Juni zwei Zertifikate aus dem Handelsblatt-Musterportfolio mit Gewinn veräußert.
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Verkauft wurde das Bonuszertifikat von HSBC Trinkaus & Burkhardt
auf den Dax (WKN TB09HT, Verkaufkurs: 75,25 Euro). Die Vermögensprofis realisierten so einen Gewinn in Höhe von 5,6 Prozent. Zudem trennten sie sich von dem Bonuszertifikat der Société Générale
auf den Euro Stoxx 50 (WKN SG0NMX, Verkaufskurs: 47,43 Euro). Mit dem Verkauf dieses Papiers haben die Vermögensverwalter einen Kursgewinn in Höhe von 9,5 Prozent realisiert.
Beide Zertifikate hatte das Rhein-Asset-Team am 23. Januar 2008 nach dem deutlichen Kursrutsch an den Aktienmärkten gekauft.
Speziell die weitere Entwicklung des deutschen Leitindex sehen die Vermögensexperten mit kritischen Augen. "Ein erneuter Test der Januar-Tiefs bei 6 100 Punkten erscheint uns sehr wahrscheinlich", beurteilt Christian Kratz, der auch ein Abrutschen des Dax unter die Marke von 6 000 Punkten durchaus für realistisch hält. So niedrig war der Indexstand seit November 2006 nicht mehr.
Das Musterdepot nach der Umstellung. Zur Vollansicht bitte anklicken. Quelle: Handelsblatt ZertifikateNews.
Aufgrund dieser Einschätzungen befindet sich aktuell auch kein Zertifikat auf den deutschen Leitindex im Musterdepot. Auch die anderen deutschen Indices halten die Experten als Basiswert für unattraktiv. Sie halten aber weiterhin am amerikanischen Aktienmarkt fest. Erst im April 2008 wurden die beiden Papiere auf den Nasdaq
100 und den S&P 500 gekauft.
Eine positivere Meinung haben die Strategen von Rhein Asset dagegen aktuell zu den Rentenmärkten. Diese präsentierten sich speziell in den Monaten Mai und Juni extrem schwach. Der Rex(P) als Indikator für den deutschen Rentenmarkt verlor allein in diesen beiden Monaten 2,55 Prozent.
"Nach dem Ausverkauf am Rentenmarkt sehen wir nun erste Zeichen einer Bodenbildung", äußert sich Kratz. Entsprechend investieren die Berater von Rhein Asset Management einen Teil des Verkaufserlöses in ein Zertifikat auf den Rex. Das bereits im Musterportfolio gehaltene Rex-Indexzertifikat der DZ-Bank (WKN 611055, Kaufkurs am 23.06.: 32,81 Euro) wurde nachgekauft. So haben die Finanzexperten den bisherigen Anteil in Höhe von zehn Prozent auf eine Portfolio-Gewichtung in Höhe von 25 Prozent aufgestockt. Die Vermögensprofis hatten bereits im November 2007 ein Indexprodukt auf den Rentenindex in das Musterdepot aufgenommen, das sich dann positiv entwickelt hatte.
Neu ins Portfolio aufgenommen wurde außerdem ein Capped Bonuszertifikat, welches von einem steigenden Goldpreis profitiert. Es verfügt über einen Sicherheitspuffer, der auch bei leicht fallenden Kursen keine Verluste entstehen lässt .
Das Bonuszertifikat der niederländischen ABN
Amro (WKN AA0WU8, Kaufkurs am 23.06.: 94,88 Euro) hat eine Barriere von etwa 31 Prozent und eine Seitwärtsrendite von knapp neun Prozent, solange der Preis für das Edelmetall während der Laufzeit bis Ende 2009 nicht unter 645 Dollar fällt.
Anleger können allerdings maximal bis zu einem Kurs des Basiswertes von 1 050 Dollar an der Entwicklung teilhaben, da das Papier ein Cap in dieser Höhe hat. Wenn der Goldpreis bis zum Laufzeitende die Barriere mindestens einmal unterschreitet oder berührt, erfolgt die Rückzahlung wie bei einem Indexzertifikat. Die Finanzexperten sind von einem weiteren Anstieg des Goldpreises überzeugt. "Langfristig sehen wir den Goldpreis deutlich über 1 000 Dollar", so Christian Kratz.



