Die Rohstoffpreise haben zu einem neuen Höhenflug angesetzt.Ein neues Öl-Expresszertifikat verspricht Anlegern die Chance auf hohe Renditen. Sollten die Notierungen ihre Höchststände schon gesehen haben, bieten aber einige Bonuspapiere mehr. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.
Die Rohstoffpreise haben zu einem neuen Höhenflug angesetzt. Besonders Energierohstoffe sind gefragt. Manche Experten sehen daher den Ölpreis bereits bei bis zu 100 US-Dollar.
Sollte der aktuelle 1-Monats Future der Ölsorte Brent innerhalb der nächsten viereinhalb Jahre tatsächlich diese psychologisch wichtige Marke erreichen, können Anleger mit einem neuen währungsgesicherten Express-Zertifikat von Morgan Stanley » (WKN: MS2UW0) eine jährliche Rendite zwischen knapp zehn und 16,4 Prozent erzielen.
Bis zu 9,4 Prozent p.a. bietet das Papier, das noch bis Ende Oktober gezeichnet werden kann, solange der Future an einem der vier jährlichen Bewertungstage nicht unter seinem Ausgangswert notieren sollte » (Renditedetails siehe Tabelle).
Schaut man sich die derzeitige Entwicklung auf dem Ölmarkt an, stehen die Chancen hierfür auf den ersten Blick gar nicht schlecht. Denn der Rohölpreis haussiert: In den letzten zwei Wochen legte er in den USA um fast elf Dollar auf knapp 92 Dollar je Barrel zu. Auch Brentöl markierte mit 88 Dollar einen Rekordstand.
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Getrieben wurden die Ölpreise zuletzt vor allem durch die Spannungen an der türkisch-irakischen Grenze, aber auch durch neue Prognosen der Opec. Der jüngste Nachfrageschub kam allerdings vor allem durch den schwachen Dollar, wie Analysten erklärten. Käufer aus anderen Währungen decken sich mit Öl ein, um bei einem weiteren Dollarverfall versorgt zu sein.
Allerdings mehren sich die Stimmen, die darauf hinweisen, dass sich die Rekordjagd mit dem derzeitigen Höchststand bereits dem Ende zuneigt. Der Emissionszeitpunkt des Öl-Zertifikats könnte daher aus Anlegersicht ungünstig gewählt sein. „Auf der Grundlage unserer derzeitigen Informationen glaube ich, dass mit 86 bis 87 Dollar so ziemlich das Ende der Fahnenstange erreicht ist“, sagt beispielsweise Andy Weathers, Ölhändler bei Terra Verte Trading.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Alternativen zu Express-Produkten
Sollten die Skeptiker Recht behalten und die Öl-Notierungen auch langfristig ihre Höchststände gesehen haben, bietet das Zertifikat zumindest einen teilweisen Schutz gegen Verluste. Denn solange der Ölpreis zum Laufzeitende nicht unter 70 Prozent seines Ausgangswertes fällt, wird den Käufern der Nominalbetrag von 100 Euro je Zertifikat zurückgezahlt. Erst wenn diese Absicherungsschwelle unterschritten wird, tragen Investoren ein Verlustrisiko. Dann erhalten sie den prozentualen Stand des Ölfutures im Vergleich zum Startwert in Euro ausgezahlt.
Für Anleger, die auch von stagnierenden oder leicht fallenden Rohöl-Notierungen profitieren möchten, eignen sich eher ausgewählte Bonusprodukte, die bereits auf dem Markt sind: Zwar können ihre Maximalrenditen bei steigenden Ölpreisen mit denen des Express-Papiers nicht immer mithalten. Dafür bieten Sie attraktive Seitwärtsrenditen bei akzeptablen Sicherheitspuffern.
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Interessant ist beispielsweise ein währungsgesichertes Capped-Bonuszertifikat der Landesbank Berlin auf den Brent Rohöl Future » (WKN: LBW79Z). Es bietet momentan eine Bonus- und Maximalrendite mehr als sechs Prozent jährlich, falls der Basiswert bis zum Laufzeitende im Juni 2009 nicht unter 54,53 US-Dollar fällt. Der Sicherheitspuffer liegt aktuell bei rund 39 Prozent.
Offensivere Anleger die zugunsten einer ungedeckelten Partizipation einen niedrigeren Sicherheitspuffer in Höhe von knapp unter 30 Prozent in Kauf nehmen, können auf eine Bonusvariante der Société Générale setzen » (WKN: SG0DK3). Auch dieses Zertifikat ist währungsgesichert und wird noch bis Mitte Juni 2009 gehandelt. Die jährliche Bonusrendite liegt hier bei 4,4 Prozent.
Ein Jahr länger läuft ein weiteres interessantes Bonuspapier der Franzosen » (WKN: SG0GF4), das eine Seitwärtsrendite von 5,3 Prozent aufweist, im Gegenzug aber über einen üppigen Sicherheitspuffer fast 50 Prozent verfügt.
Im Gegensatz zu den beiden anderen Bonuspapieren und dem neuen Expresszertifikat schlägt hier jedoch ein weiterer Dollar-Kursverfall auf die Rendite durch, da ein Währungsschutz nicht integriert ist.


